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Wiesn-Blaulicht: Feuerwerk, Falschgeld und eine geflutete Polizeizelle

Blick auf das Rosenheimer Herbstfest mit Schriftzug Das Wiesn-Blaulicht. Foto: Innpuls.me

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

11. September 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Feuerwerk, Falschgeld, fliegende Gläser und zwei echte Drohnen: Am 13. Wiesntag hatte die Rosenheimer Polizei wieder alle Hände voll zu tun. Und ein 57-Jähriger sorgte dafür, dass am Ende sogar eine Polizeizelle unter Wasser stand.

Traditionell gehört der letzte Donnerstag auf dem Rosenheimer Herbstfest dem Feuerwerk. Viele Besucher warteten bereits gespannt, dann war es soweit: Rot, Grün, Blau und Weiß blitzten und funkelten über dem Festgelände. „Ohhh“ und „Ahhh“ war aus den Wiesngassen und rund um das Festgelände zu hören. Doch auch abseits des Feuerwerks war bei der Wiesnwache einiges los.

Der Zapfhahn bleibt zu

Dass man auf der Wiesn fast alles darf, stimmt natürlich nicht. Es gibt Spielregeln. Das musste ein 37-Jähriger aus Bad Reichenhall erfahren.
In einer Hopfen-Hacienda zeigte er sich gegenüber einer Bedienung respektlos und frech. Auch dem Sicherheitsdienst kam er ziemlich blöd von der Seite. Die Wiesnwache drehte daraufhin den Zapfhahn für ihn zu und sprach ein Wiesnverbot aus. Mehr als zwei Promille dürften dabei nicht unbedingt für bessere Entscheidungen gesorgt haben.

Gerstensaft auf Abwegen

„Druck – Druck, vor lauter Druck spür ich gar keinen Druck“ – der Spruch eines ehemaligen Toptorhüters traf auf einen 18-Jährigen aus Utting nur bedingt zu. Druck hatte er offenbar schon, vermutlich eher in der unteren Bauchregion. Der Konsum der „goldenen Flüssigkeit“ führte zu einem entsprechenden Drang. Dumm nur: Der 18-Jährige entschied sich für den Eingang einer Gerstenbude als Ort der Erleichterung.

Die Folge: eine Bußgeldanzeige wegen Wildpinkelns und ein Wiesnverbot. 

Glas statt Drohne

„Drohne in der Gerstensaftmanege“ – was da durch die Gegend flog, war allerdings zunächst keine Drohne, sondern ein kleines Glas. Ein 19-Jähriger aus Brannenburg hatte es durch die Gegend geworfen. Warum, weshalb und wieso, konnte nicht mehr geklärt werden. Knapp zwei Promille waren jedenfalls mit im Spiel.
Dass Glaswerfen keine gute Idee ist, dürfte klar sein. Dadurch können Menschen schwer verletzt werden. Für den 19-Jährigen war die Sache deshalb schnell beendet: Er bekam ein Wiesnverbot. Weitere Festbesuche sind für ihn damit vorerst – passend zum Vorfall – quasi zerbrochen.

Diesmal tatsächlich Drohnen

Zwei echte Drohnen wurden zu Beginn des Feuerwerks gesichtet. Die Polizei konnte die beiden Piloten im Nahbereich des Festgeländes antreffen. Da die Fluggeräte ohne die erforderlichen Erlaubnisse unterwegs waren, erwartet beide eine Anzeige nach dem Luftverkehrsgesetz.

Falscher Fünfziger an der Wiesn

An einem Fahrgeschäft wollte ein 49-jähriger Rosenheimer mit einem 50-Euro-Schein bezahlen. Dumm nur: Das Personal stellte sofort fest, dass es sich um Falschgeld handelte. Wie der Mann an den falschen Fünfziger gekommen ist, müssen nun die weiteren Ermittlungen klären.

Nummer 46 bekommt kein Wiesn-Trikot

„Und hier kommt der Spieler mit der Nummer 46“ – auf dem Spielfeld des Herbstfestes gelten zwar weder UEFA- noch FIFA-Regeln. Ein Mindestmaß an Anstand und Respekt sollte aber trotzdem drin sein. Das sah ein 34-Jähriger aus Prutting offenbar anders. Er beleidigte Angehörige des Sicherheitsdienstes. Die Wiesnwache sprach ein Wiesnverbot aus.
Damit war er Wiesnverbot Nummer 46. Eingewechselt wurde er nicht. Um im Fußballbild zu bleiben: Er durfte zum „Duschen“ gehen – wenn auch nicht in die Kabine, sondern vielleicht nach Hause.

Anti-Mitmach-Modus mit Folgen

Ein 57-Jähriger aus Nußdorf legte in einem Zapfzirkus einen besonderen Auftritt hin. Warum er gegenüber dem Sicherheitsdienst derart auf Krawall ging, bleibt wohl sein Geheimnis.
Er beleidigte die Mitarbeiter und schlug mit Füßen und Fäusten um sich. Auf der Wiesnwache angekommen, wechselte er in den „Anti-Mitmach-Modus“. Sein Mundwerk blieb allerdings online: Die Beamten beschimpfte er unter anderem als „Arschlöcher“ und „Wichser“.
Beruhigen ließ sich der 57-Jährige nicht. Er wurde deshalb in eine Zelle der Rosenheimer Polizei gebracht. Doch auch dort kehrte keine Ruhe ein.
Vielleicht hatte er sich das Prinzip der Biber zum Vorbild genommen: Die stauen Wasser für ihren Bau. Der 57-Jährige zerlegte jedenfalls die Zellenmatratze und stopfte sie in die Toilette. Durch mehrfaches Betätigen der Spülung lief das Wasser schließlich über und setzte die Zelle unter Wasser.
Damit nicht genug: Auch die Lüftungseinheit riss der Mann mit Gewalt aus der Wand. Er musste erneut gefesselt und in eine andere Zelle gebracht werden. Auf den 57-Jährigen kommt nun eine ganze Latte an Verfahren zu – unter anderem wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeiinspektion Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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