Wo sonst ausreichend Wasser unter den Booten ist, wird es in diesem Jahr stellenweise richtig knapp. Der Wasserstand ist so niedrig wie noch nie bei einem Rosenheimer Drachenbootrennen. Besonders an den Ufern wird das sichtbar: Aus dem Wasser ragen teilweise spitze Steine. Wer mit dem Boot zu nah herankommt, läuft Gefahr, aufzusitzen. Auch die Paddel sollten besser nicht mit dem steinigen Untergrund Bekanntschaft machen. Den Teams bleibt deshalb nur eine vergleichsweise schmale Fahrrinne in der Mitte der Mangfall.
„Man kommt nur schwer vom Fleck“
In den Tagen vor dem Rennen hatten Organisatoren und Teilnehmer den Wasserstand deshalb mit einem unguten Gefühl beobachtet. „Der Wasserstand sank in den vergangenen Tagen immer noch weiter ab“, berichtet Claudia im Gespräch mit Innpuls.me.
Sie ist schon seit vielen Jahren mit ihrem Team beim Rosenheimer Drachenbootrennen dabei und konnte in der Vergangenheit auch einige Erfolge feiern. Die diesjährigen Bedingungen erlebt sie als besondere Herausforderung: „Es ist, als hänge hinten am Boot ein großer Eimer mit Gewicht dran. Man kommt nur schwer vom Fleck.“
40 Teams aus der Region – und darüber hinaus
Zum 16. Mal findet das Rosenheimer Drachenbootrennen heuer statt. Hauptveranstalter ist der Kajak Klub Rosenheim, Unterstützung kommt von der Eventagentur outdoorLUX. Die Moderation haben in diesem Jahr noch einmal Peter Kirmair und Robert Mayr übernommen.
Rund 40 Teams aus Rosenheim und dem Landkreis sind dabei. Doch das Rennen zieht längst auch Mannschaften von weiter her an.
Die weiteste Anreise hatte eine Mannschaft aus Italien. Auch sie kommt bereits seit einigen Jahren immer wieder gerne zum Drachenbootrennen an die Mangfall.
Heuer gibt es eine neue Sportklasse
Das niedrige Wasser macht Bestzeiten in diesem Jahr eher unwahrscheinlich. Für die Stimmung ist das allerdings kein Problem. Zumal es heuer eine Neuerung gibt: Neben der Damen- und der Herrenklasse wird erstmals auch eine Sportklasse für die besonders ambitionierten Teams ausgetragen.
Das kommt vor allem bei den Mannschaften gut an, die nicht mit dem allergrößten sportlichen Ehrgeiz antreten. „Das ist heuer schon besser. Gegen ein paar Teams hatte man bisher ja eh nie eine Chance. Jetzt schaut es endlich mal auch für uns gar nicht so schlecht aus mit einem Platz ganz oben“, freut sich ein Rosenheimer Teilnehmer, der schon mehrfach dabei war.
Eine andere Teilnehmerin kann den schwierigen Wasserbedingungen sogar etwas Positives abgewinnen. „Es gibt nur kurz vor dem Ziel etwas Strömung. Ansonsten gibt es fast keine Bewegung. Alle Teams haben es heuer mit den gleichen schwierigen Verhältnissen zu tun. Ich finde dadurch sind die Rennen heuer so fair wie nie zuvor.“
Auf der Mangfall wird gekämpft, am Ufer gefeiert
Während auf dem Wasser um jeden Paddelschlag gekämpft wird, geht es am Ufer deutlich entspannter zu.
Die Mannschaften haben ihre Lager aufgeschlagen. Zwischen den Rennen wird gegrillt, getrunken und gefeiert. Das traumhafte Herbstwetter mit noch einmal fast hochsommerlichen Temperaturen sorgt zusätzlich für gute Stimmung. Denn das Drachenbootrennen ist seit Beginn an weit mehr als ein sportlicher Wettkampf. Es geht um Teamgeist, um gemeinsame Erlebnisse und natürlich auch um jede Menge Spaß. Und wer nicht um die schnellste Zeit kämpft, kann zumindest um den Preis für das kreativste Team antreten.
Meister Eder, Pumuckl und starke Männer im Tütü
Wie in jedem Jahr gibt es auch diesmal einen Sonderpreis für das am besten verkleidete Team. Und dafür haben sich die Mannschaften wieder einiges einfallen lassen.
Mit dabei sind unter anderem ein Meister Eder mit zahlreichen Pumuckls, furchteinflößende Drachen, ein Badeteam und niedliche Marienkäfer. Dazu kommen starke Männer im Tütü, Flower-Power-Outfits, reife Bananen und ein Traum in Rosa. Die Entscheidung dürfte also auch diesmal nicht leicht fallen.
Für die Zuschauer lohnt sich der Besuch an der Mangfall deshalb nicht nur wegen der Rennen. Auf dem Wasser wird um Sekunden gekämpft, am Ufer gibt es jede Menge zu sehen und zu hören.
Finale am Nachmittag, Party am Abend
Die Finalläufe werden am heutigen Samstag gegen 16 Uhr erwartet. Danach geht es beim Kajak Klub Rosenheim weiter. Dort steigt am Abend die Drachenbootparty, außerdem findet die Siegerehrung statt. Die Preise wird der Zweite Bürgermeister und Landtagsabgeordnete Daniel Artmann überreichen.
Wer am Ende die Nase vorn hat, berichten wir euch morgen. Die Namen der Siegerteams reichen wir an dieser Stelle am Sonntag nach.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Karin wunsam)











































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