Rosenheim – Wer bei den japanischen Zierkirschbäumen am Stadtbachgerinne auf dem Rosenheimer Ludwigsplatz vor allem an rosa Blüten im Frühjahr denkt, sollte jetzt einmal genauer hinschauen. Die Bäume leuchten derzeit in kräftigen Orange- und Rottönen und sind damit auch im Herbst ein echter Hingucker.
Von Hanami zu Kōyō
Die Kirschbäume sind ein sichtbares Zeichen der Städtepartnerschaft zwischen Rosenheim und dem japanischen Ichikawa, die 2008 offiziell besiegelt wurde. Die ersten Bäume kamen rund um die Landesgartenschau 2010 als symbolische Geschenke aus der Partnerstadt nach Rosenheim, weitere folgten in den Jahren danach – unter anderem auch am Ichikawa-Platz.
Im Frühjahr steht bei den Kirschbäumen das Hanami, das traditionelle Betrachten der Kirschblüte, im Mittelpunkt. Für die herbstliche Farbenpracht gibt es in Japan ebenfalls einen eigenen Begriff: Kōyō bezeichnet die Verfärbung des Herbstlaubs.
Wer sich gezielt auf den Weg macht, um die bunten Blätter zu betrachten, betreibt Momijigari. Der Begriff bedeutet wörtlich etwa „Herbstlaub-Jagd“, meint aber keineswegs eine Jagd im eigentlichen Sinn. Gemeint ist das bewusste Aufsuchen und Betrachten der herbstlichen Natur. Während Hanami oft mit Geselligkeit verbunden ist, wird Momijigari eher als ruhiges, betrachtendes und mitunter auch nachdenkliches Naturerlebnis beschrieben.
Eine organisierte Momijigari gibt es in Rosenheim nicht. Für einen kleinen herbstlichen Spaziergang beispielsweise entlang des Stadtbachs passt der Begriff aber durchaus – und vielleicht lohnt sich dabei auch ein neuer Blick auf die Kirschbäume, die nicht nur im Frühling etwas zu bieten haben.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragbild: Karin Wunsam)


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