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Zustand und Übergang: Wenn Material seine eigene Form findet

Werke von Marile Holzner in der aktuellen Ausstellung beim Kunstverein Rosenheim. Fotomontage: Hendrik Heuser.

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Papier, Gummi, Filz und Schaumstoff sind Materialien, die man aus dem Alltag kennt. In den Händen von Marile Holzner werden sie zu etwas anderem: zu Zeichnungen, Reliefs und Objekten, bei denen Bewegung und Veränderung eine zentrale Rolle spielen. Der Kunstverein Rosenheim zeigt noch bis zum 25. Oktober die Ausstellung „Zustand und Übergang“.

Werk von Holzner. Foto: Hendrik Heuser

Bei den Arbeiten von Marile Holzner trefen Kontrolliertes und Unberechenbares aufeinander. Fotos: Hendrik Heuser

Holzner, Jahrgang 1983, studierte an der Akademie der Bildenden Künste München und war dort Meisterschülerin von Prof. Karin Kneffel. In Rosenheim zeigt sie serielle Arbeiten auf Papier sowie dreidimensionale Werke, bei denen das Material selbst einen Teil des Gestaltungsprozesses übernimmt.

Was passiert, wenn Material nicht gehorcht?

Holzner interessiert sich für die Kräfte, die auf Materialien einwirken. Statt Papier, Gummi oder Schaumstoff vollständig in eine vorgegebene Form zu zwingen, setzt sie sie unter Spannung, Druck oder Zug und beobachtet, was daraus entsteht.
Linien können sich auffächern, Flächen verschieben oder Materialien sich zusammenziehen und wieder ausdehnen. Dadurch wirken manche Arbeiten wie eingefrorene Momentaufnahmen – als wäre eine Bewegung gerade erst zum Stillstand gekommen oder würde im nächsten Augenblick weitergehen.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Wiederholung. Holzner arbeitet mit seriellen Anordnungen, bei denen sich einzelne Elemente ähneln, aber nie vollkommen identisch sind. Gerade diese kleinen Abweichungen sind für sie interessant. Der vermeintliche Fehler wird nicht korrigiert, sondern Teil des künstlerischen Prozesses.

So treffen in ihren Arbeiten etwas sehr Kontrolliertes und etwas Unberechenbares aufeinander: Die Ausgangsbedingungen sind bewusst gewählt, doch das Material bringt seine eigenen Eigenschaften und Reaktionen mit.

Zwischen Zeichnung und Objekt

Dadurch verschwimmt auch die Grenze zwischen Zeichnung und Skulptur. Linien verlassen die flache Papierfläche, Materialien treten aus der Wand hervor und erzeugen Schatten und räumliche Strukturen.
Der Ausstellungstitel „Zustand und Übergang“ beschreibt dabei ziemlich genau, worum es in Holzners Arbeiten geht: Nicht nur das fertige Objekt ist wichtig, sondern auch der Weg dorthin – und der Moment, in dem etwas seine Form verändert.
Die Ausstellung ist noch bis 25. Oktober 2026 in den Räumen des Kunstvereins Rosenheim in der Klepperstraße 19 zu sehen. Geöffnet ist Donnerstag bis Samstag von 14 bis 17.30 Uhr sowie sonntags von 11 bis 17.30 Uhr.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)

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