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Als Rosenheim noch großstädtisch träumte: Das Hotel „Deutscher Kaiser“ im Jahr 1925

Hotel Deutscher Kaiser in der Prinzregentenstraße in Rosenheim im Jahr 1925. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1925. Unser historisches Foto zeigt das Hotel „Deutscher Kaiser“ an der damaligen Promenadestraße, der heutigen Prinzregentenstraße. Die imposante Fassade vermittelt eindrucksvoll, wie großstädtisch dieser Teil Rosenheims einst wirkte.

Mit seinen mehrgeschossigen Gründerzeitfassaden, den großen Fenstern und den reich verzierten Bauelementen war der Gebäudekomplex alles andere als beschaulich. Das Hotel bildete den repräsentativen Abschluss des von Thomas Gillitzer errichteten Gillitzerblocks und gehörte zu den vornehmsten Häusern der Stadt.

Ein Hotel mit Theater und Bismarck-Bad

Eröffnet wurde das Hotel im März 1897. Von Anfang an war es laut Rosenheimer Stadtarchiv mehr als eine Unterkunft. Zum Gebäudekomplex gehörten elegante Gesellschaftsräume, darunter Lese- und Billardzimmer, außerdem ein großer Fest- und Theatersaal im Neorokoko-Stil.
Auch das Bismarck-Bad gehörte zunächst zum Ensemble. Dort wurden unter anderem Moor- und Kohlensäurebäder angeboten. Das Bad hatte allerdings nur wenige Jahre Bestand und wurde bereits 1904 wieder geschlossen.
Der große Saal blieb dagegen ein wichtiger Veranstaltungsort. Hier spielte das Rosenheimer Volkstheater, das später eng mit dem Namen Alois Bach verbunden war.

Alois Bach übernahm das Hotel

Als das Foto 1925 entstand, war Alois Bach bereits seit zehn Jahren mit dem Hotel verbunden. Der Theaterleiter hatte den Betrieb 1915 zunächst als Pächter übernommen. 1918 kauften er und seine Frau Therese das Anwesen. Ein Jahr später wurde das Haus in „Hotel Gillitzer“ umbenannt.
Die Familie Bach führte den Hotelbetrieb bis etwa 1940 weiter. Damit steht das historische Foto auch für eine wichtige Phase der Rosenheimer Stadt- und Theatergeschichte.

Was vom Hotel übrig blieb

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der ehemalige Fest- und Theatersaal noch als Kino genutzt: Die „Kaiser-Lichtspiele“ fanden dort ihr Publikum.
Das Ende des imposanten Gebäudekomplexes kam schließlich 1974. Der gesamte Trakt mit dem ehemaligen Hotel und dem angrenzenden Bismarck-Bad wurde für einen modernen Neubau abgerissen.

Heute erinnert an das Gebäude vor allem die historische Überlieferung – und Fotografien wie diese. Wer das Bild von 1925 betrachtet, bekommt dabei einen Eindruck davon, wie viel großstädtische Architektur einst das Rosenheimer Stadtbild prägte.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

1 Kommentar

  1. … und einen Eindruck davon, wie verantwortungslos man in Rosenheim mit historischer Bausubstanz umgegangen ist (und immer noch umgeht!)

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