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Als die erste eiserne Innbrücke Rosenheim und Stephanskirchen verband

Rosenheimer Innbrücke in den 1880er Jahren. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

3. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1880er Jahre. Der Blick fällt vom Schloßberg hinunter auf Rosenheim – eine Stadt, die damals noch deutlich kleiner und niedriger wirkte als heute. Über den Dächern ragt der Turm von St. Nikolaus empor. Davor überspannt eine auffällige eiserne Brücke den Inn und verbindet Rosenheim mit Stephanskirchen.

Der Aufnahmezeitpunkt lässt sich ziemlich gut eingrenzen. Das Stadtarchiv Rosenheim datiert eine sehr ähnliche Ansicht vom Schloßberg auf etwa 1885. Ein kleines Detail hilft dabei ebenfalls: Der Turm der evangelischen Kirche fehlt noch. Sie wurde erst 1886 erbaut. Auch das noch nicht erweiterte Kirchenschiff von St. Nikolaus lässt den Kirchturm auf der historischen Ansicht besonders hoch wirken.

Eine Brücke in markanter Wellenform

Wer genauer hinsieht, entdeckt eine Brücke, die mit ihrer Konstruktion heute ungewohnt wirkt. Die erste eiserne Innbrücke Rosenheims wurde 1865/66 gebaut. Sie ersetzte die hölzernen Brücken, die über Jahrhunderte immer wieder durch Hochwasser, Eisgang oder in Kriegszeiten zerstört oder abgebrochen worden waren.
Die auffällige Bogenform war dabei keineswegs nur eine Frage des Aussehens. Verwendet wurde ein damals neuartiges Bogensystem, das auf eine Konstruktion des bayerischen Oberbaudirektors Friedrich August von Pauli zurückging. Die filigranen Eisengitter bilden die markante Form, die auf dem historischen Foto sofort ins Auge fällt.

Auch der Standort des Fotografen passt zu den historischen Angaben. Vom Schloßberg aus bot sich schon damals ein weiter Blick über den Inn auf die Stadt. Oberhalb der Brücke stand das historische Salinschlössl, das allerdings 1971 abgebrochen wurde.

Auf dem Inn waren Flöße unterwegs

Auch der Inn selbst sah damals anders aus als heute. Rosenheim war über Jahrhunderte eng mit dem Fluss und der Schifffahrt verbunden. Die Innschifffahrt spielte für Handel und Transport eine wichtige Rolle. Bereits 1276 wird die Rosenheimer Innbrücke im Zusammenhang mit dem Salzhandel erwähnt. Am östlichen Brückenkopf entstand mit der Hofleiten eine Schiffer- und Flößervorstadt.

Auf der historischen Aufnahme sind auf dem Wasser mehrere Fahrzeuge zu erkennen. Ob es sich dabei tatsächlich um Flöße handelt, lässt sich anhand des Fotos allein nicht sicher sagen. Der Anblick passt aber zu einer Zeit, in der Schiffer und Flößer noch zum Rosenheimer Inn gehörten.

1913 war Schluss

Die eiserne Brücke blieb allerdings nicht einmal ein halbes Jahrhundert bestehen. 1913 wurde sie wieder abgebrochen. Der zunehmende Verkehr stellte immer höhere Anforderungen an das Bauwerk. Bereits 1910 war etwa beklagt worden, dass ein neuer Lastwagen nur mit deutlich begrenztem Ladegewicht über die Brücke fahren durfte.
Ein Jahr später wurde eine neue Innbrücke fertiggestellt. Seitdem hat sich der Übergang zwischen Rosenheim und Stephanskirchen mehrfach verändert.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Info: Stadtarchiv Rosenheim / Artikel: Karin Wunsam)

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