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40 Jahre Rosenheimer Kleinkunsttage: Wo Künstler und Publikum ganz nah zusammenkommen

Symbolfoto: Rosenheimer Kleinkunsttage

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Oktober 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Vier Jahrzehnte Kleinkunst, Kabarett, Musik und ganz besondere Begegnungen: Die Rosenheimer Kleinkunsttage feiern in diesem Jahr ihren 40. Geburtstag. Vom Donnerstag, 15. Oktober, bis zum 29. Oktober 2026 wird der Saal des Stadtjugendrings wieder zur kleinen, aber feinen Bühne für Künstler aus Rosenheim und weit darüber hinaus. Viele bekannte Namen waren hier schon zu Gast. Und für manche begann in Rosenheim sogar ein Stück ihrer späteren Karriere.

Gerhard Polt, Hans Söllner, Lisa Fitz, Katja Ebstein und Michael Mittermeier gehören zu den Künstlern, die im Laufe der vergangenen vier Jahrzehnte bei den Rosenheimer Kleinkunsttagen aufgetreten sind. Doch die Veranstaltungsreihe lebt nicht allein von großen Namen. Immer wieder bekommen hier auch Künstler eine Bühne, die noch am Anfang ihrer Laufbahn stehen oder vom Rosenheimer Publikum neu entdeckt werden.

Kleinkunst lebt von der Nähe

Vielleicht liegt genau darin das besondere Erfolgsgeheimnis der Kleinkunsttage. Der Saal des Stadtjugendrings bietet nur rund 150 Besuchern Platz. Künstler und Publikum sitzen damit nicht weit voneinander entfernt. Es bleibt nicht bei der klassischen Trennung zwischen Bühne und Zuschauerraum. Immer wieder kommt es während der Vorstellungen zu spontanen Reaktionen und Interaktionen. In den Pausen oder nach der Veranstaltung ergeben sich Gespräche, für die bei großen Konzerten oder Kabarettabenden in einer Halle kaum Raum bleibt.

Diese Nähe schätzen auch die Künstler. Sie bekommen unmittelbar mit, wie das Publikum auf ihre Geschichten, Pointen oder Musik reagiert. Gleichzeitig erleben die Besucher die Künstler nicht nur aus sicherer Entfernung, sondern tatsächlich ganz nah. Genau diese besondere Atmosphäre ist seit Jahrzehnten ein Markenzeichen der Rosenheimer Kleinkunsttage.

In vier Jahrzehnten hat sich vieles verändert. Als die Reihe ins Leben gerufen wurde, gab es weder Internet noch Smartphone. Schallplatten und Kassetten gehörten zum Alltag. Seitdem hat sich die Welt mehrfach grundlegend verändert. Geblieben ist aber das Bedürfnis nach einem gemeinsamen Abend, nach Lachen, Staunen, Nachdenken und echten Begegnungen.

Vom Angebot für Jugendliche zur festen Kulturgröße

Entstanden sind die Kleinkunsttage ursprünglich aus dem Wunsch heraus, Jugendlichen in Rosenheim mehr kulturelle Angebote zu machen. Heute spricht das Programm längst mehrere Generationen an. Organisiert wird die Veranstaltungsreihe vom Förderverein Jugendarbeit Rosenheim. Der Erlös kommt Projekten der Jugendarbeit zugute, die nicht von öffentlicher Hand finanziert werden.
Damit verbinden die Kleinkunsttage seit 40 Jahren zwei Dinge miteinander: Kultur und Jugendarbeit. Hinter der Veranstaltungsreihe steckt dabei viel ehrenamtliches Engagement. Der Vorsitzende des Fördervereins, Thomas Schmidt, und sein Team kümmern sich gemeinsam mit der künstlerischen Leiterin Karola Kellner um die Organisation und das Programm.

Kellner ist inzwischen im vierten Jahr für das Booking und die künstlerische Gestaltung mitverantwortlich. Sie folgte auf Sepp Hirle, der die Kleinkunsttage über viele Jahre geprägt hatte. Das Grundkonzept ist dabei geblieben: eine Mischung aus bekannten Künstlern, regionalen Talenten und spannenden Neuentdeckungen.

Ein Jubiläumsprogramm mit ausverkauftem Auftakt

Zum 40. Geburtstag geht es am Donnerstag, 15. Oktober, gleich mit einem besonderen Namen los. Andreas Martin Hofmeir eröffnet die Kleinkunsttage mit seinem Programm „Konzertante Aneignung“. Der vielfach ausgezeichnete Tubist, Musikkabarettist und Geschichtenerzähler verbindet musikalische Brillanz mit feinem Humor und hintersinnigen Beobachtungen. Begleitet wird er an diesem Abend von der klassischen Pianistin Barbara Schmelz.
Der Auftakt ist bereits ausverkauft. Auch für den Abend danach, Freitag, 16. Oktober, gibt es keine Karten mehr. Dann steht Christian Springer mit seinem Programm „Leider“ auf der Bühne. Der Kabarettist nimmt sich darin unter anderem Politikverdrossenheit, Rechtsextremismus, den Nahost-Konflikt, Juden, Volkswagen, die „Fremden“ und natürlich Bayern vor. Springer verbindet dabei politische Themen mit hohem Tempo und viel Humor.
Für viele weitere Veranstaltungen der 40. Rosenheimer Kleinkunsttage gibt es aktuell noch Karten. Das Programm reicht auch im Jubiläumsjahr von Kabarett über Comedy und Musik bis zu Kleinkunst in unterschiedlichsten Formen.

40 Jahre Rosenheimer Kleinkunsttage – das sind damit nicht nur vier Jahrzehnte voller großer Namen. Es sind auch vier Jahrzehnte voller kleiner Bühnenmomente: ein Künstler, der sein Publikum unmittelbar erlebt, ein spontaner Dialog aus dem Saal, ein Gespräch nach der Vorstellung oder die Entdeckung eines Talents, das später auf deutlich größeren Bühnen steht. Und genau diese Mischung aus Nähe, Vielfalt und Überraschung macht die Kleinkunsttage auch nach 40 Jahren zu einem besonderen Stück Rosenheimer Kulturgeschichte.

In den kommenden Tagen stellen wir auf Innpuls.me die Künstler des Jubiläumsprogramms und ihre jeweiligen Programme noch einmal kurz vor. So gibt es bis zum Start der 40. Rosenheimer Kleinkunsttage noch einiges zu entdecken.

Karten und das komplette Programm gibt es über die Internetseite der Rosenheimer Kleinkunsttage.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragbsild: re)

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