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Straßennamen in Rosenheim: Am Breitenfeld – als hier noch Felder lagen

Straßennamen Am Breitenfeld. Symbolfoto: re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Wer heute durch die Straße „Am Breitenfeld“ fährt, sieht Häuser, Gärten und parkende Autos. Von einem Feld ist nichts mehr zu erkennen. Und doch steckt genau diese Landschaft noch im Straßennamen. Er führt zurück in eine Zeit, in der das Gebiet im Westen Rosenheims noch von offenen Flächen und Landwirtschaft geprägt war.

Über 500 Straßen gibt es inzwischen im Rosenheimer Stadtgebiet. Ihre Namen erinnern an Menschen, Orte, Landschaften oder historische Ereignisse. Manche davon erzählen von berühmten Persönlichkeiten oder längst vergangenen Begebenheiten, andere bewahren etwas viel Alltäglicheres. „Am Breitenfeld“ gehört dazu: Der Name verweist auf eine Landschaft, die im Stadtbild längst verschwunden ist.
Das Gebiet rund um die Straße gehört zum westlichen Stadtgebiet und liegt im Bereich des Mitterfelds. Heute ist davon kaum noch etwas zu spüren, denn die Bebauung hat sich längst über die früher offenen Flächen ausgebreitet. Häuser und Straßen bestimmen das Bild, und wer hier unterwegs ist, hat vermutlich kaum einen Gedanken daran, dass der Name „Breitenfeld“ einmal viel unmittelbarer zur Umgebung passte.

Als die Landschaft noch den Weg erklärte

Flurnamen waren früher eine Art Orientierungssystem. Bevor sich eine Stadt mit dichtem Straßennetz, Hausnummern und modernen Karten überzog, mussten die Menschen ihre Umgebung anders beschreiben. Ein Bach, ein Waldstück, eine Wiese oder ein besonders großes Feld konnte zum festen Bezugspunkt werden. Solche Bezeichnungen gingen oft über Generationen weiter und überlebten nicht selten sogar die Landschaft, nach der sie ursprünglich benannt wurden.
Auch beim „Breitenfeld“ liegt dieser Gedanke nahe. Der Name beschreibt eine weite, offene Fläche und erinnert damit an eine Zeit, in der Landwirtschaft zum Alltag in und um Rosenheim gehörte. Wo heute Wohnhäuser stehen, wurde früher gearbeitet, gesät und geerntet.

Wie genau das historische Breitenfeld aussah und wann die Bezeichnung erstmals verwendet wurde, lässt sich aus den heute zugänglichen Quellen allerdings nicht mehr im Detail nachvollziehen. Gerade deshalb sollte man aus dem Namen keine allzu genaue Geschichte konstruieren. Sicher ist aber die Entwicklung, die sich heute noch im Stadtbild ablesen lässt: Aus den früheren Freiflächen wurde nach und nach ein Teil der wachsenden Stadt.

Das neue Viertel bekam seine eigenen Einrichtungen

Besonders deutlich wird dieser Wandel an der evangelischen Apostelkirche an der Herderstraße. Sie wurde 1972 erstmals eingeweiht und steht damit ebenfalls für die Zeit, in der sich das westliche Stadtgebiet zunehmend zu einem Wohnstandort entwickelte.
Denn mit neuen Häusern veränderte sich nicht nur das Straßenbild. Wo immer mehr Menschen lebten, entstanden auch Kirchen, Schulen, Geschäfte und weitere Einrichtungen des täglichen Lebens. Aus einer Landschaft am Stadtrand wurde ein Stück Rosenheim.

Die Straße „Am Breitenfeld“ erzählt diesen Wandel allerdings nicht mit einem Jahresdatum oder einem Denkmal. Ihr Name macht ihn auf eine viel leisere Weise sichtbar. Er ist ein Überbleibsel aus einer Zeit, in der die Landschaft noch selbst die Namen lieferte.

Ein Feld, das unter Häusern verschwunden ist

Wer heute „Am Breitenfeld“ auf einem Straßenschild liest, denkt wahrscheinlich nicht darüber nach, was dort früher einmal gewesen sein könnte. Genau darin liegt der Reiz solcher Straßennamen: Sie erzählen manchmal erst auf den zweiten Blick von einer Stadt, die es so nicht mehr gibt.
Das Breitenfeld ist verschwunden. Der Name ist geblieben. Und so erinnert eine unscheinbare Wohnstraße mitten im heutigen Rosenheim daran, dass hier einmal vor allem eines war: viel freie Landschaft.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto: re)

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