Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1950. Am Rosenheimer Max-Josefs-Platz steht ein Gebäude, das auf eine jahrhundertealte Geschichte zurückblickt. Das ehemalige Weinhaus Fortner war nicht nur ein beliebter Treffpunkt, sondern auch der Ort, an dem die Geschichte der heutigen Technischen Hochschule Rosenheim ihren Anfang nahm.
Auf unserem historischen Foto fällt vor allem die kunstvoll verzierte Fassade ins Auge. Aufgenommen wurde das Bild hinter dem Nepomukbrunnen, dessen Rückseite im Vordergrund zu sehen ist. Zwei Autos parken vor dem Haus am Max-Josefs-Platz 20, dessen Geschichte bis ins Mittelalter zurückreicht.
Teile des Gebäudes stammen aus dem 13. Jahrhundert. Nach dem großen Stadtbrand von 1641 wurde es wieder aufgebaut. Um 1745 erhielt es seine prächtige Rokoko-Stuckfassade, im 19. Jahrhundert kam ein weiteres Stockwerk hinzu.
Seinen Namen verdankt das Haus zwei Familien: Der Südtiroler Weinhändler Franz Joseph Santa kaufte das Anwesen 1782. Die Familie Fortner betrieb das Weingeschäft von 1836 bis 1982. Deshalb ist das Gebäude bis heute auch als Fortner-Haus bekannt.
Eine besondere Rolle spielte es zudem in der Bildungsgeschichte Rosenheims. Am 12. Januar 1925 begann hier der Unterricht des privaten Holztechnikums – mit gerade einmal drei Studenten und zwei Fachlehrern. Aus dieser Einrichtung entwickelte sich über die Jahrzehnte die heutige Technische Hochschule Rosenheim.
Das Foto zeigt damit mehr als eine Momentaufnahme des Max-Josefs-Platzes im Jahr 1950: Es erinnert an ein Haus, dessen Geschichte eng mit der Entwicklung Rosenheims verbunden ist.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann-Foto: Krämer / Artikel: Karin Wunsam)


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