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Als das Pub 1800 zum Treffpunkt der Rosenheimer Nachtschwärmer wurde

Pub 1800 im Jahr 1970. Foto: Archiv Herbert Borrmann - Foto Hafner

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Gemütliche Sitzecken, Barhocker, dunkles Holz und warmes Licht: Unser historisches Foto aus dem Jahr 1970 zeigt das Pub 1800 am Salzstadel. Heute kaum noch vorstellbar: Das Lokal gehörte damals und in den folgenden Jahrzehnten zu den festen Größen im Rosenheimer Nachtleben. Rund um den Salzstadel entstand eine Ausgehmeile, die später als „Bermuda-Dreieck“ bekannt wurde.

Wer das Foto betrachtet, bekommt zunächst gar nicht das Bild einer großen Diskothek. Die Gäste sitzen in abgetrennten Nischen, die Lampen sorgen für gedämpftes Licht. Vieles wirkt eher wie eine gemütliche Bar als wie ein Ort, an dem später ganze Generationen von Rosenheimer Nachtschwärmern ihre Nächte verbrachten.
Doch genau das macht den Blick zurück interessant. Das Pub 1800 war nicht einfach irgendein Lokal am Salzstadel, sondern entwickelte sich zu einem festen Treffpunkt der Rosenheimer Ausgehszene. Und es blieb dort ungewöhnlich lange bestehen.

Wo das Rosenheimer „Bermuda-Dreieck“ lag

Der Salzstadel war über Jahrzehnte eine der wichtigsten Adressen für alle, die abends ausgehen wollten. Auf engem Raum lagen zahlreiche Lokale und Diskotheken. Dazu gehörten neben dem Pub 1800 unter anderem das Gatsby, das After Eight, das No. 2, das Papagei und das Arkaden. Das OVB bezeichnete den Bereich später als Epizentrum der Rosenheimer Nachtschwärmer. Man konnte also an einem Abend durchaus von einem Lokal zum nächsten ziehen, ohne weit durch die Stadt laufen zu müssen. Der Begriff „Bermuda-Dreieck“ war deshalb irgendwann mehr als nur eine Bezeichnung für ein paar Lokale: Er stand für einen bestimmten Teil des Rosenheimer Nachtlebens.

Das Pub 1800 war dabei eine der Konstanten. Unser Foto stammt aus dem Jahr 1970 und zeigt das Lokal in seinen frühen Jahren. Bis zur Umwandlung in das „Stage“ sollten noch 16 Jahre vergehen.

Vom Ober zum Türsteher

Eine besondere Geschichte ist auch mit Hermann Boldt verbunden. Der Rosenheimer wurde später als Türsteherlegende bekannt, seine ersten Erfahrungen im Pub 1800 machte er allerdings nicht an der Eingangstür, sondern im Service. Mitte der 1970er-Jahre arbeitete er dort als Ober. Türsteher im heutigen Sinn habe es damals in Rosenheim noch gar nicht gegeben.
Erst später wechselte Boldt an die Tür und prägte damit selbst ein Stück der Rosenheimer Nachtgeschichte. Als das Pub 1800 1986 seine letzte Nacht unter diesem Namen erlebte, wurde aus den Räumen das „Stage“. Boldt führte dort ebenfalls den Türsteher ein.

Ein Lokal verschwand, der Treffpunkt blieb

Mit dem neuen Namen änderte sich auch der Zeitgeist. Die gemütliche Pub-Atmosphäre der frühen Jahre war einer moderneren Disco-Kultur gewichen. Trotzdem blieb der Standort am Salzstadel ein wichtiger Treffpunkt für Nachtschwärmer.

Das macht unser Foto heute besonders. Es zeigt nicht nur ein altes Lokal, sondern einen Moment aus der Anfangszeit einer Rosenheimer Nachtgeschichte, die sich über mehrere Jahrzehnte erstreckte. Die kleinen Sitzecken und das warme Licht wirken dabei fast beschaulich – und lassen kaum erahnen, wie viel später rund um diesen Ort los war.
1986 endete die Geschichte des Pub 1800. Die Räume blieben dem Rosenheimer Nachtleben jedoch erhalten. Aus dem „Pub“ wurde das „Stage“ – und damit begann an gleicher Stelle ein neues Kapitel.

Wer heute am Salzstadel unterwegs ist, muss schon genau hinsehen, um sich vorzustellen, wie dicht hier einst die Lokale und Diskotheken beieinanderlagen. Unser Foto aus dem Jahr 1970 hilft dabei: Es führt zurück in eine Zeit, in der ein Abend im Pub noch mit einer gemütlichen Sitzecke und gedämpftem Licht beginnen konnte.
(Quelle: Beitragbild: Archiv Herbert Borrmann- Foto Hafner/ Artikel: Karin Wunsam) 

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