Happing / Rosenheim – Rund 40 festlich geschmückte Pferde und Gespanne, ein Gottesdienst mit nachdenklichen Worten und eine Premiere für Rosenheims Oberbürgermeister: Beim traditionellen Leonhardiritt in Happing stand am heutigen Sonntagvormittag (11. Oktober) gelebtes Brauchtum im Mittelpunkt. Das Wetter spielte mit, sodass der Umritt mit Pferdesegnung wie geplant stattfinden konnte.
Der kirchliche Segen für Ross, Reiter und Kutscher ist der Höhepunkt eines jeden Leonhardiritts. Fotos: Copyright Josefa Staudhammer
Den Auftakt bildete ein Festgottesdienst auf dem Happinger Dorfplatz. Pater Ciprian Ban zelebrierte die Messfeier. Unter den Besuchern war auch Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan. Gleich zu Beginn begrüßte ihn der Geistliche mit einem humorvollen Satz: „Bis heute habe ich Sie nur im Fernsehen gesehen, heute sehe ich Sie live“, schmunzelte er.
Für Erdogan blieb es nicht beim Zuschauen. Nach dem Gottesdienst nahm er erstmals selbst in einer der festlich geschmückten Kutschen Platz und erlebte den anschließenden Umritt aus dieser Perspektive.
Pater Ciprian Ban spricht über Gleichgültigkeit
In seiner Predigt griff Pater Ciprian Ban das Gleichnis vom königlichen Hochzeitsmahl aus dem Matthäus-Evangelium auf. Darin lädt ein König zur Hochzeit seines Sohnes ein. Doch die ursprünglich geladenen Gäste schlagen die Einladung aus. Daraufhin lässt der König weitere Menschen von den Straßen holen, damit der Festsaal gefüllt wird.
Der Geistliche erläuterte die religiöse Bedeutung des Gleichnisses: Der König stehe für Gott, der Sohn für Jesus Christus und das Hochzeitsmahl für das Reich Gottes. Zugleich zog er eine Verbindung zum Alltag. Viele Menschen seien so mit Arbeit, Sport und Freizeit beschäftigt, dass für den Glauben und den Besuch eines Gottesdienstes kaum noch Zeit bleibe. „Die Gleichgültigkeit ist sehr verbreitet in unserer Welt“, sagte Ban. Wer ständig dem nächsten Termin oder Vergnügen hinterherlaufe, könne darüber den Sinn des Lebens aus den Augen verlieren. Das Gleichnis zeige außerdem, wie leicht Gottes Einladung geringgeschätzt werde.
Dabei gehe es nicht nur darum, die Einladung anzunehmen, sondern auch darum, sich auf Gottes Liebe einzulassen. „Gott liebt uns, aber wir müssen uns auch lieben lassen“, gab der Geistliche den Besuchern mit auf den Weg.
Pferdesegnung als Höhepunkt
Während die Besucher noch dem Gottesdienst lauschten, hatten sich die Teilnehmer bereits für den traditionellen Umritt aufgestellt. Anschließend zogen die Reiter, Pferde und Gespanne rund um die Kirche. Viele der Tiere waren mit bunten Blumen und Bändern aufwendig geschmückt und boten einen farbenfrohen Anblick.
Pater Ciprian Ban spendete den Pferden, Reitern und Kutschern den kirchlichen Segen. Mit dabei waren erneut zahlreiche Teilnehmer vom nahegelegenen Islandpferdehof Auensee.
Für die Bewirtung der Besucher sorgten der Pfarrgemeinderat und die Frauengemeinschaft Heilig Blut. Sie boten Kaffee, Kuchen und herzhafte Speisen an. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Bürgerverein Happing und der Pfarrgemeinde Heilig Blut.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Josefa Staudhammer)






























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