Landkreis Altötting – Ein 60-jähriger Mann ist Opfer eines professionell organisierten Anlagebetrugs geworden. Die Täter nutzten unter anderem ein KI-generiertes Werbevideo, um eine vermeintlich lukrative Geldanlage vorzutäuschen. Der Schaden liegt bei über 120.000 Euro.
Nach Angaben der Kriminalpolizei Traunstein wurde der Mann bereits Ende März 2026 im Internet auf ein täuschend echt wirkendes Werbevideo aufmerksam. Darin warben angeblich bekannte Persönlichkeiten für eine renditestarke Geldanlage. Tatsächlich handelte es sich um ein mit Künstlicher Intelligenz manipuliertes Video.
Nachdem der 60-Jährige seine Kontaktdaten hinterlassen hatte, nahmen angebliche Anlageberater telefonisch und per E-Mail Kontakt auf. Sie überzeugten ihn, ein Handelskonto zu eröffnen und in Kryptowährungen zu investieren. Auf einer professionell wirkenden Online-Plattform wurden ihm steigende Gewinne angezeigt. Um Vertrauen aufzubauen, erfolgte zunächst sogar eine kleinere Auszahlung.
Im weiteren Verlauf sollte der Mann Ende Juni 2026 einen weiteren Bargeldbetrag im höheren fünfstelligen Bereich investieren. Er übergab das Geld schließlich an einen unbekannten Geldabholer.
Als weitere Auszahlungen ausblieben und erneut hohe Summen gefordert wurden, wurde der 60-Jährige misstrauisch und wandte sich an die Polizei.
16-Jähriger bei Geldübergabe festgenommen
Im Rahmen der polizeilichen Maßnahmen konnte am Montag, 29. Juni 2026, ein 16-jähriger ukrainischer Staatsangehöriger bei einer geplanten weiteren Geldübergabe festgenommen werden. Nach aktuellem Ermittlungsstand soll er als Geldabholer für eine überregional agierende Tätergruppe tätig gewesen sein.
Polizei warnt vor professionellen Betrugsmaschen
Die Polizei warnt, dass Täter im Bereich des Anlagebetrugs zunehmend professionell vorgehen. Dabei kommen laut Polizei auch KI-generierte Videos, gefälschte Prominentenempfehlungen und seriös wirkende Internetseiten zum Einsatz.
Die Kommunikation laufe häufig über Wochen oder Monate per Telefon, E-Mail oder Messenger. Teilweise würden Opfer sogar dazu gebracht, Kredite aufzunehmen oder Fernzugriffe auf Geräte zu erlauben.
Verhaltenstipps der Polizei
- Bei hohen Gewinnversprechen grundsätzlich misstrauisch sein
- Anlageangebote kritisch prüfen und unabhängige Beratung einholen
- Kein Geld an unbekannte Personen übergeben oder überweisen
- Bei Verdacht sofort den Polizeinotruf 110 wählen und Kontakt abbrechen
- Mit Angehörigen und Bekannten über Anlagebetrug sprechen
Weitere Informationen gibt es unter: www.polizei-beratung.de/kredit-und-anlagebetrug
(Quelle: Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Kriminalpolizei Traunstein)


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