Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1930. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist das Auerbräu-Hauptgebäude in der Münchener Straße in Rosenheim.
Im Innenhof herrscht reger Betrieb: Mehrere Brauereigespanne stehen bereit, Bierfässer sind verladen, Arbeiter gehen ihrer Tätigkeit nach. Gleichzeitig fallen aufmerksamen Betrachtern bereits Automobile und Traktoren ins Auge – Zeichen einer Zeit des Wandels.
Genau diese Mischung macht die historische Aufnahme heute besonders spannend. Während Pferdegespanne noch selbstverständlich zum Alltag gehörten, hielt die Moderne längst Einzug. Die Datierung auf die Zeit um 1930 erscheint deshalb plausibel: Tradition und technischer Fortschritt begegnen sich auf engem Raum.
Die Geschichte von Auerbräu reicht deutlich weiter zurück. Bereits 1887 kaufte Brauereigründer Johann Auer ein großes Grundstück nahe des Rosenheimer Bahnhofs – ein strategisch kluger Standort für Transport und Handel. Zwei Jahre später, am 17. September 1889, wurde in der neuen Brauerei an der Münchener Straße erstmals Bier gebraut. Die Anlage galt damals als außergewöhnlich modern und großzügig gebaut.
Zwischen Pferdestärke und Motorisierung
Johann Auer setzte früh auf technische Innovationen. So verfügte die Brauerei bereits über elektrisches Licht – damals keineswegs selbstverständlich. Außerdem errichtete man eine Verbindung zum Güterbahnhof, zunächst noch mit Pferdebetrieb. Gleichzeitig gehörte Auerbräu zu den ersten Unternehmen in Rosenheim, die auf motorisierte Fahrzeuge setzten.
Auch wirtschaftlich entwickelte sich die Brauerei in den Jahrzehnten vor dem Zweiten Weltkrieg erfolgreich. In den 1920er-Jahren wuchs der Bierausstoß deutlich an, ehe die Weltwirtschaftskrise Ende der Dekade ihre Spuren hinterließ.
Bemerkenswert: Der Sitz von Auerbräu befindet sich bis heute an derselben Stelle in der Münchener Straße. Damit gehört die Brauerei zu den traditionsreichen Unternehmen, die das Stadtbild Rosenheims über Generationen hinweg geprägt haben.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


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