Rosenheim / Bayern / Deutschland – Heimtiere bereichern das Leben ihrer Halter und leisten zugleich einen wirtschaftlich relevanten Beitrag in Deutschland. Dies zeigt die „Heimtierstudie 2025: Update und Trends zur wirtschaftlichen Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“ von Prof. Dr. Renate Ohr (Universität Göttingen), die mit Unterstützung des Industrieverbandes Heimtierbedarf (IVH) e.V. erstellt wurde.
Die Untersuchung beziffert die jährlichen Umsätze der Heimtierhaltung für 2024 auf mehr als 18 Milliarden Euro. Nach Abzug der Importe ergibt sich eine Wertschöpfung von rund 15,2 Milliarden Euro – etwa 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Schätzungen zufolge sind damit rund 165.000 Arbeitsplätze verbunden.
„Diese Zahlen unterstreichen die dauerhafte gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung der Heimtierhaltung in Deutschland“, erklärt Prof. Dr. Ohr. „Heimtiere wie Hunde, Katzen, Kleintiere, Vögel, Fische und Reptilien werden als Familienmitglieder gesehen und fördern nachweislich die physische und psychische Gesundheit ihrer Besitzer. Das spiegelt sich auch in den Ausgaben der Tierhalter wider.“
Zum Vergleich: Die Bruttowertschöpfung der Land- und Forstwirtschaft inklusive Fischerei lag 2024 bei rund 39,6 Milliarden Euro, etwa 0,9 Prozent des BIP.
Arbeitsplätze in Industrie, Handel, Dienstleistung und Handwerk
Für ihre Studie erfasste Prof. Dr. Ohr die Ausgaben in allen relevanten Bereichen aus öffentlich zugänglichen Quellen, berechnete sie eigenständig und ergänzte sie durch Tierhalterbefragungen. Erfasst wurden unter anderem Heimtiernahrung, Zubehör, Veterinärleistungen, Versicherungen, Tierbestattung, Tierpensionen und Hundetraining.
„Verantwortungsvolle Heimtierhaltung ist längst kein Nischenthema mehr. Sie verbindet emotionale Bindung mit wirtschaftlicher Relevanz und schafft Arbeitsplätze in Industrie, Handel und Dienstleistung“, sagt Dr. Katrin Langner, Geschäftsführerin des IVH.
Heimtiernahrung und Gesundheit als wichtigste Umsatztreiber
Die größten Ausgaben tätigen Tierhalter für Heimtiernahrung, inklusive selbst zubereitetem Futter, mit Umsätzen von 7,5 bis 9,5 Milliarden Euro. In der Vorgängerstudie aus 2018 lagen diese noch unter fünf Milliarden Euro.
Ein weiterer Wachstumstreiber ist der Bereich Gesundheit (Veterinärwesen, Tierheilpraktiker u. Ä.), mit geschätzten Umsätzen von 4 bis 4,2 Milliarden Euro. „Der Anstieg ist teilweise auf die neue Gebührenordnung für Tierärzte seit 2022 zurückzuführen. Mittelfristig sind weiterhin Zuwächse von fünf bis zehn Prozent zu erwarten“, erläutert Prof. Dr. Ohr. Die höheren Ausgaben resultieren sowohl aus der Übernahme von Diagnose- und Behandlungskosten in Anlehnung an die Humanmedizin als auch aus der Nutzung von Tierkrankenversicherungen.
Tierversicherungen und Bestattungen im Wachstum
Die Ausgaben für Tierversicherungen stiegen auf 1,1 bis 1,2 Milliarden Euro, insbesondere durch die Zunahme von Tierkrankenversicherungen. Die Ausgaben für Tierbetreuung liegen bei mindestens 100 bis 150 Millionen Euro. Die Einnahmen aus der Hundesteuer stiegen von 359 Millionen Euro (2018) auf 430 Millionen Euro (2024).
Auch im Bereich Heimtierbestattung zeigen sich steigende Ausgaben (100–110 Millionen Euro). Prof. Dr. Ohr betont: „Die Humanisierung der Heimtierhaltung spiegelt sich auch in der Bestattung wider. Immer weniger Tiere werden nach ihrem Tod zur Tierkörperbeseitigung gebracht, die Wachstumsraten im Bestattungswesen werden sich voraussichtlich fortsetzen.“
(Quelle: Pressemitteilung Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) e.V. / Beitragsbild: Symbolfoto ai generiert)