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Baggern für einen Amphibienwinzling

Ein Winzling, aus dem einmal eine fünf bis sieben Zentimeter große Kreuzkröte wird. Foto. Copyright Stephanie Millonig/LfU

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

8. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern – Nicht einmal einen Zentimeter groß ist die kleine Kreuzkröte, die über die Hand des Biologen Uli Meßlinger krabbelt. Und schon dabei zeigt sich: Ganz gewöhnlich ist dieser Amphibiennachwuchs nicht. „Kreuzkröten hüpfen nicht, sie laufen ähnlich wie eine Maus“, erklärt Meßlinger. Die stark gefährdete Art braucht besondere Lebensräume – und dabei können ausgerechnet Sand- und Kiesgruben eine wichtige Rolle spielen.

Kreuzkröten laichen nicht nur im Frühjahr. Ihre Fortpflanzungszeit reicht von April bis August. Dafür nutzen sie flache, immer wieder austrocknende Tümpel. Weil diese Gewässer nicht dauerhaft Wasser führen, können sich dort Fressfeinde wie Fische und Libellenlarven kaum halten.
Die Strategie der Kreuzkröte ist auf Schnelligkeit ausgelegt: Innerhalb von vier bis sechs Wochen entwickeln sich die Tiere vom Ei zum kleinen Hüpferling. Außerdem legen die Weibchen eine große Zahl von Eiern. Für die Nahrungssuche benötigen die Kröten offene Flächen mit wenig Bewuchs, auf denen sie nachts nach kleinen Insekten suchen können. Tagsüber verstecken sie sich beispielsweise in Holz- oder Steinhaufen.

Kiesgruben als Ersatzlebensraum

Ursprünglich fanden Kreuzkröten solche Bedingungen vor allem in Fluss- und Bachauen sowie an Seeufern. Hochwasser und wechselnde Wasserstände sorgten dort immer wieder für neue Rohbodenflächen und flache Tümpel. Solche natürlichen Lebensräume sind heute jedoch selten. Einen Ersatz finden die Tiere teilweise in Sand- und Kiesgruben. Durch den Abbau entstehen immer wieder offene Flächen und neue Wasserstellen. Auch bereits stillgelegte Abbauflächen können zu wichtigen Lebensräumen werden.

Doch auch diese Lebensräume sind gefährdet. Der Klimawandel kann dazu führen, dass die flachen Tümpel zu schnell austrocknen. Gleichzeitig werden Abbauflächen geschlossen und rekultiviert oder ihre Nutzung verändert.

Hier setzt das Artenhilfsprogramm Kreuzkröte des Bayerischen Landesamts für Umwelt (LfU) an. Im Auftrag des LfU erfasst Biologe Uli Meßlinger unter anderem in Mittelfranken die Vorkommen der Art. Gemeinsam mit Verantwortlichen aus Naturschutz und Wirtschaft wird nach Möglichkeiten gesucht, die Lebensbedingungen für die Kreuzkröte zu erhalten.

Manchmal reicht ein kleiner Tümpel

Viel Aufwand ist dafür nicht unbedingt nötig. Einen bestehenden Tümpel etwas zu vertiefen, damit er nicht zu schnell austrocknet, oder an geeigneter Stelle eine kleine zusätzliche Wasserstelle anzulegen, kann bereits helfen. Auch beim Umlagern von Material oder beim Verfüllen von Tümpeln kann darauf geachtet werden, dass zumindest eine kleine Wasserstelle erhalten bleibt.
Ein Beispiel dafür gibt es in einer Sandabbaustelle in Mittelfranken. Dort arbeitet Meßlinger mit dem Abbauunternehmer Josef Haas zusammen. Der Unternehmer zeigt sich offen für die Bedürfnisse der Tiere und will bei Arbeiten auf dem Gelände künftig darauf achten, geeignete Lebensräume zu erhalten.
Meßlinger will die bereits bekannten Fundstellen in Luftbildern markieren. Besonders hilfreich sind dabei die Rufe der Männchen, die zum Wasser kommen, um Weibchen anzulocken.

Das Ziel des Artenhilfsprogramms: Weitere Betreiber von Abbauflächen dafür zu gewinnen, der kleinen Kreuzkröte auf ihren Flächen geeignete Lebensräume zu erhalten oder neu zu schaffen.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Umwelt / Beitragsbild: Copyright Stephanie Millonig/LfU)

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