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Baumfällungen im Kastenauer Wald sorgen für Wirbel

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

16. April 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Kastenau / Rosenheim – Bereits Ende des Jahres 2017 sorgten massive Baumfällungen im Kastenauer Wald für Aufregung und Ärger bei den Anwohnern. Sogar eine Unterschriftenaktion wurde gestartet. Jetzt – fünf Jahre später – wurden erneut viele Bäume im dem Wäldchen an der  der Umgehungsstraße gefällt. Wieder regte sich Unmut in der Kastenau. Aufgrund von Beschwerden der Anwohner wurde die Arbeiten vorübergehend eingestellt, sollen aber nach Ostern fortgeführt werden.

Der Kastenauer Wald ist im Besitz der Erzdiözese München und Freising und damit aus rechtlicher Sicht in privater Hand. Forstarbeiten, die zur Pflege des Bestands oder zur Holzernte dienen, müssen nicht vorab genehmigt werden, auch wenn sie in einem Gebiet stattfinden, das wie hier unter Landschaftsschutz steht. Auch muss die Öffentlichkeit aus rechtlicher Sicht darüber im Vorfeld nicht informiert werden. Auch wenn dies wünschenswert sei, erklärte das Umwelt- und Grünflächenamt der Stadt Rosenheim auf Nachfrage von Innpuls.me.
Ende 2017 geschah das nicht. Die Anwohner wurden vom Lärm der Motorsägen überrascht. Aufgrund ihrer Beschwerden und der Unterschriftensammlung bat die Stadt die Erzdiözese München und Freising um rechtzeitige Information.
Doch auch diesmal geschah das nicht. Wieder wurden die Anwohner von den Baumfällungen überrascht. Wieder hagelte es Beschwerden. Die Arbeiten wurden deshalb vor einigen Tagen eingestellt, teilte Dr. Christoph Kappes, Pressesprecher der Erzdiözese München und Freising Innpuls.me auf Nachfrage mit. Nach Ostern sollen die Fällungen aber wie geplant zu Ende geführt werden.
Nach Darstellung von Dr. Christoph Kappes sind sie unumgänglich, da sie der Verkehrssicherheit dienen. „Die Waldfläche weist erhebliche Schädigungen vor allem der Eschen (Eschentriebsterben) sowie der nicht standortgerechten Fichtenalthölzer auf“, erklärt er. Nachdem dadurch die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben gewesen sei, habe man entschieden einen sogenannten Verkehrssicherungshieb durchzuführen. Zudem wolle man die nicht standortgerechten Fichten entfernen, um zukünftig kein Forstschutzrisiko durch Borkenkäfer oder Sturmschäden aufkommen zu lassen.

Kastenauer Wald langfristig zu einem 
stabilen Laubmischwald weiterentwickeln

„Der Wald soll sich langfristig zu einem stabilen Laubmischwald weiterentwickeln“, so Dr. Christoph Kappes. Mit dieser Aussage widerspricht er den Befürchtungen vieler Kastenauer, dass der Wald in der Zukunft einem Gewerbe- und Wohngebiet weichen soll.
Belgeitet wurden die Arbeiten vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim. Im Gespräch mit Innpuls.me wurde uns dort bestätigt, dass die Arbeiten in dem betreffenden Waldstück tatsächlich notwendig gewesen seien und fachmännisch durchgeführt wurden.
In den Bereichen, in denen vor fünf Jahren zahlreiche Bäume gefällt wurden, habe sich erfreulicherweise von selbst wieder ein Jungwald entwickelt.
Nach Aussage von Dr. Christoph Kappes sollen dort, wo es sinnvoll ist, klimaresistente, wärmeliebende Laubmischbaumarten wie etwa Elsbeere und Mehlbeere eingebracht werden.
(Quelle: Beitragsbild / Foto: Max Breu)

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