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Bayern arbeitet weniger: 135 Millionen Stunden weniger als 2024

Arbeit am Schreibtisch. Symbolfoto mit Legofiguren. re

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

17. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Bayern – In Bayern wurde 2025 deutlich weniger gearbeitet als im Jahr zuvor. Insgesamt kamen die Erwerbstätigen auf rund 10,41 Milliarden Arbeitsstunden – 135 Millionen weniger als 2024. Gleichzeitig blieb die Zahl der Erwerbstätigen nahezu stabil. Das Bayerische Landesamt für Statistik führt den Rückgang vor allem auf eine kürzere durchschnittliche Arbeitszeit zurück.

Im Schnitt  kamen die Erwerbstätigen in Bayern im vergangenen Jahr auf 1.327 Arbeitsstunden. Das waren 15 Stunden weniger als 2024. Seit 2014 ist die durchschnittliche Jahresarbeitszeit damit um 76 Stunden gesunken. Nur im Corona-Jahr 2020 war sie noch niedriger.
Die Zahl der Erwerbstätigen ging 2025 leicht um 0,2 Prozent auf rund 7,84 Millionen zurück. Nach Berechnungen des Landesamts entfielen mehr als 80 Prozent des Rückgangs beim Arbeitsvolumen auf die kürzere durchschnittliche Arbeitszeit. Ein Teil davon hängt mit dem Kalender zusammen: 2025 hatte einen Arbeitstag weniger als das Schaltjahr 2024.

Industrie und Handel verzeichnen Rückgänge

Weniger Arbeitsstunden wurden in den meisten größeren Wirtschaftsbereichen geleistet. Besonders deutlich fiel der Rückgang im Verarbeitenden Gewerbe aus. Dort kamen 2025 rund 59 Millionen Arbeitsstunden weniger zusammen als im Vorjahr – ein Minus von 2,8 Prozent.
Auch im Handel sowie bei der Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen sank das Arbeitsvolumen kräftig, und zwar um 2,9 Prozent. Anders entwickelte sich das Gesundheits- und Sozialwesen: Hier nahm die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden leicht um 0,2 Prozent zu. Für den Dienstleistungssektor insgesamt meldet das Landesamt dagegen erstmals seit 2014 einen Rückgang, wenn man vom Corona-Jahr 2020 absieht.

Selbstständige arbeiten deutlich weniger Stunden

Besonders stark ging das Arbeitsvolumen bei Selbstständigen und mithelfenden Familienangehörigen zurück. Sie leisteten 2025 rund 1,14 Milliarden Arbeitsstunden, 4,4 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei Arbeitnehmern fiel der Rückgang mit 0,9 Prozent deutlich geringer aus.
Hinter dieser Entwicklung steckt auch ein langfristiger Wandel: 2014 gab es in Bayern noch rund 810.000 Selbstständige und mithelfende Familienangehörige, 2025 waren es nur noch etwa 650.000. Ihr Arbeitsvolumen ist seit 2014 um knapp 30 Prozent gesunken.

Dabei arbeiten Selbstständige im Durchschnitt weiterhin deutlich mehr Stunden als Arbeitnehmer. 2025 kamen sie auf 1.758 Stunden, bei Arbeitnehmern waren es 1.288 Stunden im Jahr.

Mehr Beschäftigte, aber weniger Arbeitszeit pro Kopf

Der langfristige Vergleich zeigt eine deutliche Verschiebung: Seit 2014 ist die Zahl der Erwerbstätigen in Bayern um 9,1 Prozent gestiegen. Das gesamte Arbeitsvolumen legte dagegen nur um 3,2 Prozent zu. Die durchschnittliche Arbeitszeit pro Kopf sank im selben Zeitraum um 5,4 Prozent.
Als mögliche Gründe nennt das Landesamt für Statistik unter anderem die wachsende Bedeutung der Teilzeitbeschäftigung und den Rückgang der Selbstständigkeit. Auch im Vergleich zur Zeit vor der Corona-Pandemie zeigt sich die Entwicklung: 2025 lag das Arbeitsvolumen 2,2 Prozent unter dem Wert von 2019, obwohl die Zahl der Erwerbstätigen in diesem Zeitraum um 1,4 Prozent gestiegen ist.

Mit durchschnittlich 1.327 Arbeitsstunden pro Erwerbstätigen lag Bayern 2025 außerdem unter dem bundesweiten Wert von 1.336 Stunden.

Wirtschaftsleistung pro Arbeitsstunde steigt

Weniger Arbeitsstunden bedeuten nicht automatisch weniger Wirtschaftsleistung. Nach Angaben des Landesamts erwirtschafteten die Erwerbstätigen in Bayern 2025 pro geleisteter Arbeitsstunde rund 79 Euro Bruttoinlandsprodukt. Bundesweit waren es etwa 73 Euro.
Da die Wirtschaftsleistung in Bayern preisbereinigt um 0,5 Prozent zunahm, während das Arbeitsvolumen zurückging, stieg die Wirtschaftsleistung je Arbeitsstunde um 1,8 Prozent. Für Deutschland insgesamt lag der Zuwachs bei einem Prozent.
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Statistik / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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