Rosenheim – Wer übernimmt den Betrieb, wenn der Chef oder die Chefin aufhört? Für viele Unternehmen in Südostoberbayern wird diese Frage in den kommenden Jahren konkret. Dabei geht es nicht nur darum, einen geeigneten Nachfolger zu finden: Auch steuerliche Fragen, die Finanzierung und die Übergabe der Verantwortung wollen gut vorbereitet sein. Warum Experten empfehlen, mindestens fünf Jahre vorher mit der Planung zu beginnen, zeigte eine Informationsveranstaltung von IHK und Handwerkskammer in Rosenheim.
Der demografische Wandel macht sich auch in der regionalen Wirtschaft bemerkbar: Zahlreiche Unternehmen suchen in den kommenden Jahren einen Nachfolger. Bayernweit stehen nach Angaben der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern bis 2031 mehr als 50.000 Betriebsübergaben an. Die IHK empfiehlt deshalb, den Übergabeprozess mindestens fünf Jahre vor dem geplanten Wechsel anzustoßen.
Wie eine solche Nachfolge vorbereitet werden kann, war Thema einer gemeinsamen Informationsveranstaltung der IHK-Geschäftsstelle Rosenheim und der Handwerkskammer für München und Oberbayern. Mehr als 60 Gäste kamen, um sich über die verschiedenen Aspekte einer Betriebsübergabe zu informieren.
Steuer- und Nachfolgeexperte Manfred Meixner gab Empfehlungen und praktische Hinweise. Im Mittelpunkt standen auch Erfahrungen aus einem Familienunternehmen: Leo Nickl, einer der Geschäftsführer der Gartencenter Nickl GmbH, berichtete gemeinsam mit seinem Vater Anton über den Generationswechsel im eigenen Betrieb. 2018 hatte Leo Nickl gemeinsam mit seinem Cousin Florian die Unternehmensführung übernommen. Vater und Sohn schilderten ihre Erfahrungen und beantworteten Fragen aus dem Publikum.
Auch die Finanzierung einer Betriebsübernahme spielte eine Rolle. Sandra Grunwald von der LfA Förderbank Bayern informierte unter anderem über Förderkredite, mit denen Nachfolger eine Unternehmensübernahme finanzieren können. Zum Abschluss standen die Referenten sowie betriebswirtschaftliche Berater von IHK und Handwerkskammer für weitere Fragen zur Verfügung.
(Quelle: Pressemitteilung IHK / Beitragsbild: IHK)


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