Rosenheim / Berlin – Der Brennernordzulauf sorgt in der Region weiterhin für kontroverse Diskussionen. Mit der Übergabe der Planungsunterlagen durch das Bundesverkehrsministerium an den Deutschen Bundestag am Freitag (10.7.2026) beginnt nun das parlamentarische Verfahren für das europäische Bahnprojekt. Die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig bewertet die bisherigen Planungen der Deutschen Bahn nach eigenen Angaben kritisch und sieht weiteren Beratungsbedarf.
Voraussichtlich ab September soll sich der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestags federführend mit dem Thema befassen. Ludwig, die zugleich Staatssekretärin beim Bundesminister des Innern ist, erklärte, ihr Fazit zu den vorgelegten Unterlagen falle „zweigeteilt“ aus.
„Mein Fazit fällt zweigeteilt aus. Einerseits haben wir durch eine immense Kraftanstrengung von Landrat, Bürgermeistern, der Stadt Rosenheim, Abgeordneten sowie von Bürgerinitiativen viel erreicht. Zu nennen ist hier vor allem der große Tunnelanteil im Inntal, den die Deutsche Bahn in ihren Planungen gar nicht vorgesehen hatte. Das ist unser gemeinsamer Erfolg, den man auch hervorheben muss. Ohne unseren Druck wäre es nie dazu gekommen“, so Ludwig.
Kritik an Verknüpfungsstelle und Trassenführung
Nach Ansicht der CSU-Abgeordneten seien wichtige Forderungen nicht in die Planungen der Deutschen Bahn eingeflossen. „Ich bedauere vor allem, dass die Deutsche Bahn am Ende des Planungsdialogs keine Bereitschaft mehr gezeigt hat, mit uns über Alternativen zu diskutieren“, erklärt Ludwig.
Kritisch bewertet sie insbesondere die geplante Verknüpfungsstelle im Inntal sowie die Trassenführung nördlich von Rosenheim. „Die Verknüpfungsstelle im Inntal ist unverantwortlich. Sie frisst an der engsten Stelle viel Fläche, und sie vernichtet landwirtschaftliche Existenzen. Bis heute hat uns die Deutsche Bahn auch nicht erklärt, warum diese Verknüpfungsstelle überhaupt nötig ist, und ob es verträglichere andere Lösungen gibt“, so Ludwig.
Trotz der angespannten Haushaltslage des Bundes müsse aus Sicht der Abgeordneten die Bedeutung des Projekts berücksichtigt werden. Beim Brennernordzulauf handle es sich nach ihrer Einschätzung um ein europäisches Projekt von herausragender Bedeutung, das die Region für Jahrzehnte prägen werde. „Deshalb werde ich bei den Beratungen im Deutschen Bundestag um eine Optimierung der Planung kämpfen“, betonte Ludwig. „Für mich steht fest: So kann es noch nicht bleiben.“
(Quelle: Pressemitteilung Büro Daniela Ludwig, MdB / Beitragsbild: Archiv Ferdinand Staudhammer)


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