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Buchtipp: „Denk dir nix“

rechte Hand hält aufgeschlagenes Buch

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

18. April 2023

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim / München  – Die Augen für das Schöne und Positive zu öffnen: Dieses Zeil verfolgt der Münchner Autor Helmut Zöpfl nun schon seit vielen Jahrzehnten. Über 30 Bücher hat er schon verfasst und jetzt im Alter von 85 Jahren widmet er sich in seinem neuesten Werk „Denk dir nix“ (erschienen im Verlag rosenheimer) der Welt und unserer Zeit aus philosophischer Sicht. Neben Tiefsinn erwartet die Leser dabei natürlich auch wieder jede Menge Humor.

Cover Zöpfl "Denk Dir nix"

Helmut Zöpfl zählt zu den bekanntesten bayerischen Autoren. Für seine Schreibkunst wurde er in der Vergangenheit schon oft ausgezeichnet, darunter mit dem Oberbayerischen Kulturpreis und dem Bayerischen Löwen für Brauchtumspflege. 2022 wurde ihm dann sogar der Bayerische Verfassungsorden verliehen.
Zöpfl versteht es, alltägliche Situationen überspitzt, aber treffend wiederzugeben und selbst Kritik humorvoll in Worte zu verpacken. Es gibt kaum ein Thema, dem er sich in den vergangenen Jahrzehnten nicht mittels Kurzgeschichten und Gedichten auseinandergesetzt hat. Insbesondere der zunehmenden Technisierung, Hektik im Alltag, kleinen und größeren Pannen in der Weihnachtzeit und Dialogen mit Kindern widmet er sich oft und gerne. In seinem aktuellen Werk wird Zöpfl im stolzen Alter von 85 Jahren nun zum bayerischen Philosophen. „Ich glaube, dass es einiges gibt, dass man wie es Franz Ringseis sagt, in der Mundart, der Sprache des Herzens, ganz besonders anschaulich sagen kann“, schreibt er dazu in seinem Vorwort.

Titel ist nicht wörtlich zu nehmen

Der Titel „Denk dir nix“ ist dabei nicht wörtlich zu nehmen, denn der Autor macht sich zur heutigen Zeit ganz schön viele Gedanken und er lädt auch seine Leser dazu ein, sich mal tiefergehend mit den unterschiedlichsten Themen auseinanderzusetzen. Aber die bayerische Redewendung „Denk Dir nix“ fordert ja auch vielmehr dazu auf, einfach mal zu handeln, ohne sich vorher groß darüber Gedanken zu machen.

Und so geht es zum Start des rund 250 Seiten starken Werkes für die Leser gleich einmal tief hinein in die Welt Naturwissenschaften. Was hat die Entstehung der Erde mit einer Buchstaben-Suppe zu tun? Ganz schön viel, wie bei einem heiteren Dialog zwischen Sohn und Papa deutlich wird. Zum Urknall kommt es, wenn die Mama die Suppe kocht und dann ist es dem Zufall überlassen, wie sich die einzelnen Buchstaben in der Suppe mal mehr oder weniger treffend zusammenfügen.
Nicht weniger philosophisch betrachtet Zöpfl ein Loch: „Wer einen Emmentaler kauft, der kauft den dann ja eigentlich weniger wegen des Käses, sondern wegen seiner Löcher, Du weißt also, dass ein Loch, auch wenn`s aus nix besteht, doch einen gewissen Wert hat“.
Nach den Naturwissenschaften nimmt sich Zöpfl dann Fortschritt, Pädagogik und Mensch aus philosophischer Sichtweise zur Brust und regt damit nicht nur zum schmunzeln sondern auch zum nachdenken an.
(Quelle: Buchkritik: Karin Wunsam / Beitragsbild: Innpuls.me / Foto: Repro Cover „Denk dir nix“

„Denk dir nix“
Helmut Zöpfl
Verlag rosenheimer
ISBN978-3-475-54966-3

19,95 EUR

 

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