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Dekoration im Aquarium: Die richtige Balance finden

Fisch in einem Aquarium.

Josefa Staudhammer

Ihr Traumberuf ist Journalistin. Sie steht zwar noch am Anfang ihrer Karriere, hat aber schon einige Erfahrung auf diesem Gebiet sammeln dürfen. Besonders am Herzen liegt ihr die Vernetzung von Innpuls.me mit Social Media. Außerdem ist sie Euere Ansprechpartnerin für Interviews und Jugendstorys aus der Region Rosenheim.

24. November 2023

Lesezeit: 3 Minute(n)

Rosenheim / Bayern / Landkreis Rosenheim – Das Aquarium bildet nicht nur den Lebensraum für Fische, es ist auch ein kleines geschlossenes Biotop. Beim Einrichten sollten Aquarianer aber ein paar Punkte beachten. Der IVH gibt Tipps.

 
Ein Fisch schwimmt zwischen den Pflanzen, ein anderer hat sich in eine künstliche Höhle zurückgezogen: Das klare Wasser bietet beste Bedingungen, um das Leben im Aquarium zu beobachten. Der Kreativität bei dessen Gestaltung sind nur wenige Grenzen gesetzt, weiß Matthias Wiesensee, Vizepräsident im Verband Deutscher Vereine für Aquarien- und Terrarienkunde (VDA) e. V.: „Steine und Holz sind die großen beiden Gruppen, die man als Aquarianer am ehesten in Betracht zieht. Letztendlich ist aber alles im Wasser erlaubt, was den Fischen einen Lebensraum gestaltet und was vor allem wasserneutral ist. Bei Steinen zum Beispiel muss das vorher getestet werden.“
 
Geeignete Materialien für das Wohlergehen der Fische
 
Das Problem bei Steinen, die man in der Natur gefunden hat, sei, dass darin Mineralstoffe und Schwermetalle eingeschlossen sein können, die dann nach und nach ins Aquarium gelangen, möglicherweise schädlich für die Fische oder Pflanzen sind und die Wasserwerte beeinflussen. Es können sich auch Härtebildner abgelagert haben, die dann die Wasserhärte stark beeinflussen. Ebenso können Bestandteile von Kunststoffen unter Umständen nicht wasserstabil sein oder Schadstoffe wie Farbstoffe freisetzen, die schädlich für die Bewohner des Aquariums sind. Spielzeuge sowie kleine Modellfiguren oder -bauten sollte man entsprechend nicht einfach ins Becken setzen, nur weil sie so schön aussehen. Stattdessen wird empfohlen, auf Steine und Elemente aus dem Fachhandel zurückzugreifen. Diese werden extra daraufhin geprüft, dass sie die Wasserparameter und die Gesundheit der Fische nicht beeinträchtigen.
 
Deko-Elemente als wichtiger Rückzugsort
 
Auch wenn der Begriff Dekoration einen rein optischen Zweck nahelegen könnte, bieten die Pflanzen und Gegenstände viel Nutzen für die Aquarienbewohner. „Aus Steinen, Tontöpfen und Tonröhren, Schalen oder extra dafür hergestellten Höhlen lassen sich wertvolle Rückzugsorte schaffen, die die Fische dringend benötigen. Manche Arten nutzen diese gerne, wenn sie Ruhe brauchen, aber auch um ihr Gelege abzulegen“, erklärt der Experte. „Gleichzeitig ist das Wasser im Aquarium immer in Bewegung und um eine Höhle, Steine oder Wurzeln entstehen so gezielt geringe Strömungen, die die Tiere nutzen können. Fächergarnelen sind zum Beispiel spezialisiert darauf, ihre Nahrung aus der Strömung zu fischen.“
 
Dekoration schafft Struktur
 
Darüber hinaus helfen Gegenstände und Pflanzen auch dabei, die unterschiedlichen Lebenszonen im Aquarium voneinander abzugrenzen. Verschiedene Fischarten bevorzugen wahlweise den Boden, die Schwimmzone oder die Nähe zur Oberfläche. Dekorationsobjekte können „wie eine Wand zwischen zwei Wohnungen“ fungieren, wie es Wiesensee beschreibt. Diese strukturschaffenden Eigenschaften stünden im Süßwasseraquarium besonders im Fokus. Gerade im Meerwasseraquarium würden sich zudem bestimmte Materialien anbieten, um den pH-Wert zu stabilisieren und Calcium an das Wasser abzugeben. Einige ausgewählte Hölzer etwa setzen Humin- und Gerbstoffe frei, die das Wasser etwas ansäuern und so die Wasserqualität verbessern. Auch solche Faktoren können demnach eine Rolle spielen, für welche Dekoration man sich entscheidet.
 
Pflanzen: Unentbehrliche Helfer im Aquarium
 
Eine besondere Rolle im Aquarium nimmt die Bepflanzung ein. „Pflanzen haben eine ausgesprochen wichtige Aufgabe: Sie verbrauchen Nährstoffe und sie produzieren Sauerstoff“, erklärt der Aquarianer. „Wenn die Pflanzen die Nährstoffe nicht verbrauchen würden, hätten wir ein großes Algenproblem im Aquarium. Insofern ist eine gute, starke Bepflanzung in der Regel immer positiv für das Biotop.“
Welche Pflanzen sich für das jeweilige Aquarium eignen, hängt primär von dessen Bewohnern ab. Im Fachhandel oder in Aquaristik-Vereinen gibt es dafür nützliche Tipps. Ein Ideengeber kann auch der natürliche Lebensraum des Fisches sein und welche Pflanzen dort leben. Auch Wiesensee hat einen Rat dazu: „Man sollte immer darauf achten, dass es sich um Unterwasserpflanzen handelt, die dort eingepflanzt überstehen können. Eine Pflanze, die sich in kurzer Zeit zersetzt, bedeutet eine zusätzliche Belastung für den Bakterienhaushalt und schadet so der Wasserqualität.“
 
Wie viel Deko ist sinnvoll?
 
Starke Bepflanzung und Struktur haben also positive Einflüsse. Viel von beidem hilft also viel? Wiesensee plädiert vielmehr für die richtige Balance: „Das ideale Aquarium für viele Fische ist tatsächlich so voll, dass der Mensch die Fische gar nicht mehr findet. Auf der anderen Seite ist aus Sicht des Menschen aber wichtig, dass man immer alles einsehen kann: Nichts ist schlimmer, als wenn es einem Tier nicht gut geht und man kann es nicht richtig erkennen.“ Zudem sei es wichtig, bei der täglichen Aquarienpflege immer alles erreichen zu können – etwa die Scheiben zur Reinigung oder auch Ausrüstung bei einem technischen Problem.
Neben der Beratung im Fachhandel lohnt sich der Austausch mit Gleichgesinnten in einem Aquarienverein, vor allem, wenn man gerade erst beginnt und vielleicht noch unsicher ist. Eine Übersicht entsprechender Vereine gibt es auf der Webseite des VDA: https://vda-online.de/Vereine/.
(Quelle: Pressemittteilung IVH / Beitragsbild re)

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