Rosenheim – Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine 31-jährige Frau am Rosenheimer Bahnhof (wir berichteten) plant das Solidaritätsnetzwerk Rosenheim für den heutigen Montag (31. August) eine Demonstration. Unter dem Titel „Gewalt an Frauen bekämpfen!“ soll der Demonstrationszug um 18 Uhr am Rosenheimer Ludwigsplatz starten und zum Bahnhof führen.
Die 31-jährige Britin war in der Nacht auf Sonntag (30. August) im Rosenheimer Bahnhof mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt worden. Sie erlag später im Klinikum ihren Verletzungen. Ein 27-jähriger deutscher Staatsangehöriger aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck wurde noch am Tatort von der Bundespolizei vorläufig festgenommen. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts. Hintergründe und Motiv der Tat sind weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.
Mit der Demonstration will das Solidaritätsnetzwerk nach eigenen Angaben ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen. Das Netzwerk ist eine politisch aktive Gruppe aus dem linken Spektrum und trifft sich regelmäßig im selbstverwalteten linken Zentrum Z Rosenheim.
Das Solidaritätsnetzwerk kritisiert nach eigenen Angaben unter anderem den Schutz von Frauen vor Gewalt und fordert Veränderungen. Die Äußerungen und Forderungen sind dabei als Positionen des Netzwerks einzuordnen und stellen keine Feststellungen zu den Hintergründen der aktuellen Tat dar.
Die Ermittlungen zu dem tödlichen Messerangriff laufen unterdessen weiter.
(Quelle: Pressemitteilung Solidaritätsnetzwerk Rosenheim / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


Offizielle Stellungnahme als Stadt- und Kreisrat
Gewalt hat in unserer Gesellschaft keinen Platz – und schon gar nicht Gewalt gegen Frauen.
Der tödliche Messerangriff auf eine 31‑jährige Frau am Rosenheimer Bahnhof hat unsere gesamte Region erschüttert. Als Stadt- und Kreisrat verurteile ich jede Form von Gewalt zutiefst. Der Schutz von Frauen vor Gewalt ist eine Aufgabe, die uns alle betrifft – unabhängig von politischer Haltung, Herkunft oder gesellschaftlicher Position.
Die heutige Demonstration gegen Gewalt an Frauen, organisiert vom Solidaritätsnetzwerk Rosenheim, greift ein wichtiges Thema auf. Jede Initiative, die auf die dramatische Realität von Gewalt gegen Frauen aufmerksam macht, verdient grundsätzlich Anerkennung.
Gleichzeitig müssen wir jedoch einen klaren Widerspruch benennen:
Das Solidaritätsnetzwerk, das heute öffentlich gegen Gewalt demonstriert, ist in den vergangenen Jahren wiederholt durch aggressive Verbalattacken, Störungen politischer Arbeit und persönliche Angriffe gegen demokratische Mandatsträgerinnen und Mandatsträger aufgefallen. Auch im Wahlkampf der AfD‑Kandidatin Leyla Bilge kam es zu solchen Vorfällen. Mehrfach mussten Polizei und Ordnungsbehörden eingreifen; Platzverweise und Anzeigen blieben ohne nachhaltige Wirkung.
Demokratische Auseinandersetzung lebt von Respekt, Sachlichkeit und der Anerkennung unterschiedlicher Positionen. Wer sich öffentlich gegen Gewalt ausspricht, sollte selbst konsequent darauf verzichten, andere Menschen verbal anzugreifen, zu diffamieren oder politische Arbeit zu behindern.
Gewalt beginnt nicht erst mit körperlichen Übergriffen – sie beginnt oft mit Worten.
Als Stadt- und Kreisrat setze ich mich dafür ein, dass Rosenheim ein Ort bleibt, an dem politische Vielfalt möglich ist, ohne dass Menschen Angst vor Angriffen, Störungen oder Einschüchterung haben müssen. Wir werden weiterhin jeden Vorfall dokumentieren, anzeigen und klar kommunizieren, wenn Grenzen überschritten werden. Gleichzeitig werbe ich für einen politischen Umgang, der unserer demokratischen Kultur gerecht wird: klar in der Sache, respektvoll im Ton und frei von jeder Form von Gewalt.