Zu der Demonstration hatte das Solidaritätsnetzwerk Rosenheim aufgerufen. Anlass war der tödliche Messerangriff auf die junge Frau, die in der Nacht zum Sonntag (30. August) im Rosenheimer Bahnhof schwer verletzt worden war und später im Klinikum ihren Verletzungen erlag.
Der Demonstrationszug startete am Ludwigsplatz. Bei der Auftaktkundgebung wurde unter anderem über Gewalt gegen Frauen gesprochen. Eine Rednerin des Solidaritätsnetzwerks sagte mit Blick auf die Tat, man wisse noch nichts über das genaue Motiv. Zugleich vertrat sie die Auffassung, dass das Geschlecht des Opfers eine Rolle gespielt haben könne. Ob es sich bei der Tat um einen Femizid handelt, werde sich nach ihren Worten erst noch herausstellen.
Kritik an politischer Instrumentalisierung
In mehreren Redebeiträgen wurde außerdem Kritik an Reaktionen auf die Tat in sozialen Netzwerken und an der politischen Debatte geäußert. Das Solidaritätsnetzwerk wandte sich dabei sowohl gegen eine aus seiner Sicht rassistische Instrumentalisierung der Tat als auch gegen Forderungen nach mehr Überwachung oder Abschiebungen. Eine Rednerin sagte dazu: „Die Rechten benutzen das für ihren Hass und Rassismus. Der Staat nutzt das, um Überwachungsmaßnahmen auszubauen. Andere wiederum benutzen das jetzt, um gegen Obdachlose zu hetzen.“ Das Solidaritätsnetzwerk vertrat zudem die Position, dass Maßnahmen wie mehr Überwachung oder mehr Straßenbeleuchtung die Ursachen von Gewalt gegen Frauen nicht lösen würden. Die Rednerin bezeichnete entsprechende Debatten als „Scheindebatten“.
Auch während des Demonstrationszugs wurden politische Parolen gerufen. Dazu gehörte unter anderem: „Dieser Staat schützt mich nicht – Meine Schwestern schützen mich!“
Gedenkstelle am Bahnhof
Am Bahnhof angekommen, errichteten die Teilnehmer eine Gedenkstelle. Sie legten Blumen und Schilder nieder und zündeten Kerzen an. Begleitet wurde das Gedenken von einem Lied in spanischer und bayerischer Sprache, in dem es um getötete, verschwundene und vermisste Frauen geht. Zum Abschluss sprach eine Rednerin nochmals über die getötete Frau und die Umstände der Tat. Dabei stellte sie auch einen Zusammenhang zu der ihrer Ansicht nach fehlenden Sicherheit für Frauen her. Zum Abschluss wurde gemeinsam gesungen: „Wir singen ohne Furcht, wir fordern Gerechtigkeit Wir rufen nach jeder vermissten Frau Lasst es laut erschallen: Wir wollen Leben!“
Ermittlungen laufen weiter
Der dringend tatverdächtige 27-jährige deutsche Staatsangehörige aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck war unmittelbar nach dem Angriff von Einsatzkräften der Bundespolizei festgenommen worden. Ein Ermittlungsrichter erließ am Sonntag (30. August) auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim, einen Unterbringungsbefehl wegen des Tatvorwurfs des Mordes. Der Mann wurde anschließend in ein psychiatrisches Krankenhaus gebracht.
Nach Angaben der Polizei hatten sich bei dem Tatverdächtigen konkrete Anhaltspunkte für psychische Auffälligkeiten ergeben. Zu einem möglichen Motiv und weiteren Hintergründen der Tat machen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit weiterhin keine Angaben. Die Ermittlungen von Kriminalpolizei und Staatsanwaltschaft dauern an (wir berichteten)
(Quellen: Pressemitteilung Solidaritätsnetzwerk Rosenheim / Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Fotomontage Copyright Solidaritätsnetzwerk Rosenheim)


Ach !
Und ich dachte immer das Mitführen von Messern sei im Bereich von Bahnhöfen und öffentlichen Einrichtungen verboten.
Sagt doch dieser Dobrindt immer ….
Da hoffe ich mal dass der Täter jetzt ein ordentliches Ordnungsgeld zahlen muss.