Bad Aibling / Landkreis Rosenheim – Von den lebenslangen Spuren, die Mütter hinterlassen, über das bewegte Leben eines jüdischen Dramatikers bis zu den komischen Seiten des ganz normalen Alltags: Die 38. Bad Aiblinger Literaturtage bieten in den kommenden Wochen ganz unterschiedliche literarische Begegnungen. Drei davon finden Ende Oktober und Mitte November in der Aula des Gymnasiums Bad Aibling statt – mit der Autorin Lena Gorelik, einer Textcollage über Ernst Toller und dem Kabarettisten Stephan Zinner.
Die Literaturtage laufen noch bis zum 27. November. Das Programm am Gymnasium in der Max-Mannheimer-Straße 2 richtet sich an alle, die Literatur nicht nur lesen, sondern auch auf der Bühne erleben möchten.
Lena Gorelik liest über die vielen Seiten des Mutterseins
Den Auftakt macht am Donnerstag, 29. Oktober, um 19.30 Uhr die Autorin Lena Gorelik mit ihrem Roman „Alle meine Mütter“. Darin geht es um eine der engsten und zugleich vielschichtigsten Beziehungen im Leben: die zwischen Müttern und ihren Kindern. Der Roman beleuchtet die Liebe ebenso wie Zweifel, Ängste und unterschiedliche Formen des Glücks. Auch das Mutterwerden, ungewollte Kinderlosigkeit sowie das Annehmen und Loslassen spielen eine Rolle.
Moderiert wird der Abend von Annika Beinvogl aus dem Buchladen Momo & Frieda. Der Eintritt kostet 15 Euro, Karten gibt es ausschließlich an der Abendkasse.
Ernst Toller: Ein Leben zwischen politischem Aufbruch und Exil
Am Donnerstag, 12. November, um 20 Uhr steht mit „Hoppla, wir leben!“ ein Stück deutscher Geschichte im Mittelpunkt. Der Krimiautor Bernhard Jaumann hat die Textcollage „Toller“ für drei Sprecher konzipiert. Gemeinsam mit der Schauspielerin Claudia Hinterecker und dem Regisseur und Schauspieler Michael Stacheder bringt er das Leben und Werk von Ernst Toller auf die Bühne.
Toller (1893–1939) engagierte sich politisch in der Münchner Räterepublik und gehörte zu den erfolgreichsten Dramatikern der Weimarer Republik. Als Jude, Sozialist und Pazifist geriet er unter den Nationalsozialisten gleich aus mehreren Gründen ins Visier. Seine Bücher wurden verbrannt, er selbst ins Exil gezwungen. Die Textcollage blickt auf sein Leben und literarisches Schaffen und fragt danach, welche Bedeutung seine Gedanken heute noch haben.
Der Eintritt kostet 10 Euro. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.
Stephan Zinner nimmt den Alltag aufs Korn
Humorvoll wird es am Freitag, 13. November, um 20 Uhr. Dann gastiert Stephan Zinner mit seinem Programm „Prachtexemplar“ am Gymnasium Bad Aibling. Der Schauspieler und Kabarettist, vielen auch als Metzger Simmerl aus den Eberhofer-Krimis bekannt, widmet sich den großen und kleinen Fragen des Alltags.
Ob Familienleben, Heimwerken, Kochen oder der alljährliche Christbaumkauf: Zinner findet in den alltäglichen Herausforderungen reichlich Stoff für seinen feinsinnigen Humor. Dabei verbindet er Lesung, frei erzähltes Kabarett und Musik. Begleitet wird er von Maxi Pongratz am Akkordeon und Matthias Meichelböck am Flügelhorn. Beide Musiker sind unter anderem durch die Band Kofelgschroa bekannt.
Der Eintritt kostet 30 Euro. Karten gibt es im Vorverkauf über Eventfrog.
Weitere Informationen zum gesamten Programm der 38. Bad Aiblinger Literaturtage gibt es auf der Internetseite der Stadt Bad Aibling.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Symbolfoto re)


0 Kommentare