Bayern – Der Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) hat in diesem Jahr nach eigenen Angaben so viele Nester bedrohter Wiesenvögel entdeckt und geschützt wie noch nie zuvor. Möglich wurde dies durch den Einsatz von Wärmebilddrohnen. Trotz der gestiegenen Funde weist der Verband darauf hin, dass die Bestände der betroffenen Arten weiterhin stark gefährdet sind.
Brachvogel und Uferschnepfe gehören zu den seltenen Brutvögeln Bayerns. Sie brüten am Boden in Feuchtwiesen und Mooren, wo ihre Nester gut getarnt liegen. Gleichzeitig sind sie dort laut LBV verschiedenen Gefahren ausgesetzt – etwa durch Störungen, landwirtschaftliche Nutzung oder Fressfeinde.
Mit Hilfe der Wärmebildtechnik können die Tiere während der Brutzeit aus der Luft lokalisiert werden, ohne sie direkt zu stören. Die Drohnen fliegen dabei in großer Höhe über die Flächen. Gefundene Nester werden anschließend gezielt geschützt, etwa durch Schutzmaßnahmen gegen Fressfeinde oder durch abgestimmte Bewirtschaftung mit Landwirten.
Deutlich mehr Funde in mehreren Projektgebieten
Im mittelfränkischen Altmühltal konnten laut LBV in diesem Jahr 40 Brachvogelnester gesichert werden. Dort wurden zudem vier Brutpaare der Uferschnepfe festgestellt.
Im Donautal zwischen Regensburg und Deggendorf wurden 26 Brachvogelnester gefunden. Zudem gelang dort erstmals der Nachweis eines Uferschnepfen-Nestes im Donauvorland.
Im Donaumoos wurden bislang elf Brachvogelnester gesichert. Außerdem besteht dort erstmals Brutverdacht für die Uferschnepfe. In den Loisach-Kochelsee-Mooren konnten fünf von sechs Brachvogelgelegen mithilfe der Drohnen gefunden und geschützt werden. Zusätzlich wurde dort ein großräumiger Schutzzaun errichtet.
Bestandssituation bleibt kritisch
Trotz der positiven Entwicklung bei der Nestfindung betont der LBV, dass die Gesamtsituation der Wiesenbrüter weiterhin kritisch ist. Besonders deutlich zeigt sich das bei der Uferschnepfe, von der in Bayern nur noch etwa 15 bis 16 Brutpaare in wenigen Gebieten vorkommen.
Nach Einschätzung des LBV ist vor allem der geringe Bruterfolg ein wesentlicher Faktor für die rückläufigen Bestände. Der Einsatz von Drohnen könne zwar helfen, einzelne Gelege zu schützen, ersetze jedoch keine grundlegende Verbesserung der Lebensräume.
Brutzeit erfordert besondere Rücksicht
Der LBV weist darauf hin, dass sich die Wiesenbrüter derzeit in einer besonders sensiblen Phase befinden. Die Jungvögel schlüpfen aktuell und sind in den kommenden Wochen noch nicht flugfähig. Ob die diesjährige Brutsaison erfolgreich verläuft, wird sich erst im Juli zeigen.
Besucher der Wiesenbrütergebiete werden daher gebeten, besonders Rücksicht zu nehmen, Hunde anzuleinen und Wege nicht zu verlassen.
(Quelle: Pressemitteilung Landesbund für Vogel- und Naturschutz (LBV) / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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