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„Druckerschwärze und Paragrafen“: Als Rosenheimer Geschichte wieder lebendig wurde

Sonderausstellung Städtisches Museum Rosenheim. Foto: Hendrik Heuser

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

5. Oktober 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Wie hat es früher in einer Rosenheimer Druckerei geklungen? Welche Geschichten verbinden sich mit der Arbeit in der Kanzlei von Dr. Werner Scheuer? Und was erzählen alte Maschinen, Werkzeuge und Büromöbel über den Arbeitsalltag vergangener Jahrzehnte? Um solche Fragen ging es am Donnerstag, 1. Oktober, bei der Zeitzeugen-Gesprächsrunde „Druckerschwärze und Paragrafen“ im Städtischen Museum Rosenheim.

Sonderausstellung Städtisches Museum Rosenheim. Foto: Hendrik Heuser

Rosenheim – Bei diesem Anblick werden Erinnerungen an die ehemalige Druckerei Kirmair & Kalteis wach. Fotos: Hendrik Heuser

Zeitzeugen berichteten dabei von ihren persönlichen Erinnerungen an die ehemalige Druckerei Kirmair & Kalteis, vormals Plötz, und an die Kanzlei von Dr. Werner Scheuer. Die Gespräche ergänzten damit die Gegenstände, die inzwischen ihren Weg ins Museum gefunden haben. Denn hinter einer Druckmaschine, einem Werkzeug oder einem Schreibtisch stehen nicht nur Material und Funktion, sondern auch Menschen, Arbeitsabläufe und persönliche Geschichten.

Genau darum geht es auch in der Sonderausstellung „…IN ARBEIT! Vom Gegenstand zum Objekt“. Sie zeigt, wie aus einst alltäglich genutzten Dingen historische Museumsobjekte werden – und gewährt dabei einen Blick auf einen Teil der Museumsarbeit, der sonst meist verborgen bleibt.

Von der Druckerei ins Museum

Zu den neu in die Museumsbestände aufgenommenen Objekten gehören Maschinen, Werkzeuge und weitere Utensilien aus der ehemaligen Druckerei Kirmair & Kalteis. Vormals unter dem Namen Plötz geführt, war die Druckerei über viele Jahre Teil des Rosenheimer Geschäftslebens.
Die Gegenstände erzählen von einem Handwerk, das sich im Lauf der Zeit stark verändert hat. Was einst zum täglichen Arbeiten gebraucht wurde, wird heute dokumentiert, eingeordnet und für die Nachwelt bewahrt.

Die Erinnerungen der Zeitzeugen vom 1. Oktober geben diesen Objekten eine zusätzliche Dimension. Sie machen nachvollziehbar, wie die Arbeit mit den Geräten tatsächlich aussah und welche Bedeutung die Druckerei für die Menschen hatte, die dort arbeiteten oder mit ihr verbunden waren.

Sonderausstellung Städtisches Museum Rosenheim. Foto: Hendrik Heuser

Werbechild der Firma Druckerei Kirmair & Kalteis.

Ein Büro als Stück Rosenheimer Designgeschichte

Auch die Einrichtung der Kanzlei von Dr. Werner Scheuer gehört zu den Beständen, die in diesem Zusammenhang ins Museum aufgenommen werden. Besonders interessant sind die darin enthaltenen Werndl-Möbel, die vom Rosenheimer Designer Ernest Hoffmann-Igl entworfen wurden.
Damit gelangt nicht nur eine Büroeinrichtung ins Museum. Die Möbel stehen zugleich für die Arbeitswelt und die Gestaltung des 20. Jahrhunderts und verbinden lokale Wirtschafts-, Design- und Alltagsgeschichte miteinander.

Was aus Dingen Geschichte macht

Ergänzend beschäftigt sich die Ausstellung mit archäologischen Funden aus Sondagegrabungen am Mittertor aus dem Jahr 2017. Auch hier geht es um die Frage, wie Gegenstände untersucht, dokumentiert und schließlich als historische Quellen bewahrt werden.
„…IN ARBEIT!“ macht damit einen Prozess sichtbar, den Museumsbesucher sonst kaum zu sehen bekommen: Aus einem gebrauchten Gegenstand wird nicht automatisch ein Museumsobjekt. Erst durch die Beschäftigung mit seiner Herkunft, seiner Funktion und seiner Geschichte bekommt er einen Platz in der Sammlung.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos: Hendrik Heuser)

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