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Einsiedelei von Väterchen Timofej in Denkmalliste aufgenommen

Der Ost-West-Friedensgarten von Väterchen Tomofej und Natascha Dankow heute. Foto: Copyright Christina Greifenstein

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

23. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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München – Die Einsiedelei und der Garten von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow sind in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen worden. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) sieht in dem Ensemble ein bedeutendes Zeugnis der Münchner Nachkriegsgeschichte.

Die Anlage entstand ab den 1950er Jahren am Rand eines Trümmerschuttbergs. Timofej Prochorow, 1894 im damaligen Zarenreich Russland geboren, kam 1952 nach München. Gemeinsam mit Natascha Dankow errichtete er zunächst einfache Wohnbaracken und später eine Kapelle. Ab 1957 entstand die Ost-West-Friedenskirche.

Historische Aufnahme von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow. Foto: Copyright Ost-West-Friedensgarten e.V.

Historische Aufnahme von Väterchen Timofej und seiner Partnerin Natascha Dankow. Foto: Copyright Ost-West-Friedensgarten e.V.

Die Holzkirche brannte in der Nacht zum 11. Juni 2023 vollständig ab. Die Polizei schloss damals ein vorsätzliches Branddelikt zunächst nicht aus, ein Tatverdacht ergab sich bei den Kontrollen im Umfeld der Kirche jedoch nicht. Nach Angaben des Vereins Ost-West-Friedensgarten soll die Kirche wieder aufgebaut werden.

Blick in das Museum in der ehemaligen Wohnbaracke. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Blick in das Museum in der ehemaligen Wohnbaracke. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Zeugnis der Nachkriegszeit

Nach Einschätzung des BLfD dokumentiert die Anlage die Wohnungsnot der Nachkriegszeit sowie die Lebensbedingungen von Menschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach München kamen. Die beiden Wohnbaracken vermitteln einen Eindruck von den einfachen Unterkünften dieser Zeit.
Die ursprüngliche Anlage war über Jahrzehnte ohne reguläre Baugenehmigungen entstanden. 1957 verfügte die Münchner Lokalbaukommission zunächst eine Baueinstellung für eine weitere Wohnbaracke. Diese wurde später zurückgenommen, die Bauaktivitäten anschließend geduldet. Erst 2014 erhielten die Gebäude nachträglich eine Baugenehmigung.

Die Kapelle, ausgekleidet mit Silberpapier. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Die Kapelle, ausgekleidet mit Silberpapier. Foto: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege

Erhalt liegt nun im öffentlichen Interesse

Mit Schreiben vom 29. Juni 2026 wurden Einsiedelei und Garten offiziell in die Bayerische Denkmalliste aufgenommen. Nach Angaben des BLfD gibt es in Bayern keine vergleichbare Anlage dieser Art.

BLfD-Generalkonservator Mathias Pfeil bezeichnete den Ost-West-Friedensgarten als „gallisches Dorf“ im Herzen Münchens. Er verwies auf die Geschichte der Nachkriegszeit und die Bedeutung der Anlage als erhaltenes Zeitzeugnis. Auch Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hob die historische Bedeutung des Ortes hervor. Die Eintragung als Baudenkmal würdige neben der Geschichte und Architektur auch das Engagement der Menschen, die sich über Jahrzehnte für den Erhalt eingesetzt hätten.

Christian Ude, Oberbürgermeister a. D. und Schriftführer des Vereins Ost-West-Friedensgarten, bezeichnete die Aufnahme als Anerkennung eines besonderen historischen Ortes.

Die Michaelskapelle mit ihrer mit Silberpapier ausgekleideten Decke ist bis heute erhalten. Die 2023 abgebrannte Ost-West-Friedenskirche gehört dagegen nicht mehr zum erhaltenen Baubestand (wir berichteten).
(Quelle: Pressemitteilung Bayerisches Landesamt für Denkmalschutz / Beitragsbild: Copyright Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege / Fotos: Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Ost-West-Friedensgarten und Christina Greifenstein)

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