Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1963. Auf der historischen Aufnahme sehen wir ein Schaufenster der traditionsreichen Eisenwarenhandlung Förg in der Rosenheimer Heilig-Geist-Straße.
Wer heute das Wort Email liest, denkt vermutlich zuerst an die elektronische Post im Computer oder auf dem Smartphone. Auf unserem historischen Foto geht es dagegen um etwas ganz anderes: um Email-Geschirr – also Töpfe, Pfannen und Schüsseln mit schützender Glasbeschichtung.
Das erste E-Mail im heutigen Sinn wurde übrigens erst 1971 vom US-Informatiker Ray Tomlinson über ein Netzwerk verschickt. Email-Geschirr ist schon viel, viel älter. Die Technik des Emaillierens ist Jahrtausende alt. Bereits im alten Ägypten und später bei Griechen, Kelten und Römern wurde geschmolzenes Glas zur Verzierung von Schmuck und wertvollen Gegenständen verwendet. Erst ab dem 18. und vor allem im 19. Jahrhundert gelang es, Eisen- und Stahlgeschirr dauerhaft mit einer schützenden Emaille-Schicht zu überziehen.
Das brachte gleich mehrere Vorteile: Das Kochgeschirr rostete nicht mehr so schnell, war geschmacksneutral, leicht zu reinigen und deutlich hygienischer als viele zuvor verwendete Materialien. Kein Wunder also, dass Email-Geschirr über Generationen hinweg in nahezu jedem Haushalt zu finden war.
Fast ein Jahrhundert Rosenheimer Geschichte
Das Foto erinnert zugleich an ein Geschäft, das für viele Rosenheimer untrennbar mit der Innenstadt verbunden war. Die Eisenwarenhandlung Förg wurde 1922 gegründet und entwickelte sich über Jahrzehnte zu einer festen Institution in der Heilig-Geist-Straße.
Besonders unter Inhaber Günter Förg, der das Geschäft ab 1989 führte, war das Fachgeschäft weit über Rosenheim hinaus bekannt. Viele nannten ihn augenzwinkernd den „Herrn der Schrauben“, weil es dort selbst die ungewöhnlichsten Schrauben und Ersatzteile einzeln zu kaufen gab – etwas, das im Zeitalter großer Baumärkte und Online-Shops längst zur Seltenheit geworden war.
Nach dem überraschenden Tod von Günter Förg Anfang 2019 endete die fast 100-jährige Geschichte des Familienbetriebs. Im Frühjahr desselben Jahres schloss die traditionsreiche Eisenwarenhandlung endgültig ihre Türen. Nach einer umfassenden Sanierung zog 2020 ein Optikgeschäft in die historischen Räume ein.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)


Ein Geschäft, das wirklich sehr fehlt!!! Es war fast alles zu finden, ob für den Haushalt ,das Handwerk oder die Bastler!
Einzig geblieben ist das wunderschöne Schubladenregal an der Rückseite des Geschäftes, welches vom Boden bis zur Decke reicht. 😀