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Feuerwehren im Landkreis Traunstein: Weniger Einsätze, aber 20.000 Stunden mehr Arbeit

Weniger Einsätze, aber deutlich mehr Arbeit. Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein ziehen Bilanz. Foto: Archiv KFV Traunstein

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Landkreis Traunstein – Die Feuerwehren im Landkreis Traunstein mussten 2025 deutlich seltener ausrücken als im Jahr zuvor. Trotzdem stieg der Aufwand erheblich: Rund 100.000 Einsatzstunden kamen zusammen – etwa 20.000 mehr als 2024. Gleichzeitig gibt es positive Entwicklungen beim Nachwuchs und beim Anteil der Frauen im aktiven Feuerwehrdienst.

Im Kreisfeuerwehrverband Traunstein sind alle 80 Feuerwehren des Landkreises zusammengeschlossen. Insgesamt gehören ihnen rund 15.300 Mitglieder an. 4.928 davon leisten aktiven Einsatzdienst – 35 mehr als im Vorjahr. Der Frauenanteil stieg innerhalb eines Jahres von 13,05 auf 14,23 Prozent.
Auch beim Nachwuchs gibt es einen positiven Trend: In den Jugendfeuerwehren engagieren sich inzwischen 1.017 Jugendliche, fast 60 mehr als im Vorjahr. Der Mädchenanteil liegt bei 47 Prozent. Bei den Kinderfeuerwehren sind rund 340 Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren aktiv. Im Frühjahr wurde in Tittmoning die inzwischen 18. Kinderfeuerwehr im Landkreis gegründet.

149 Jugendliche wechselten im vergangenen Jahr in den aktiven Feuerwehrdienst, gleichzeitig gab es 80 Austritte. „Viele junge Menschen begeistern sich für die Feuerwehr. Unser Ziel muss es aber sein, sie langfristig im aktiven Dienst zu halten“, sagte Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender Christof Grundner.

Weniger Einsätze, mehr Aufwand

Insgesamt wurden 2025 im Landkreis 2.673 Feuerwehreinsätze registriert. Das waren rund 1.200 weniger als im Vorjahr. Als Grund nennt der Kreisfeuerwehrverband vor allem das Ausbleiben größerer Unwetter- und Naturereignisse.
Trotzdem rückte statistisch gesehen alle drei Stunden irgendwo im Landkreis eine Feuerwehr aus. Besonders häufig mussten die Einsatzkräfte Wohnungen öffnen. Durchschnittlich kam das alle ein bis zwei Tage vor. 70-mal kamen Drehleitern mit Rettungskorb zur Unterstützung des Rettungsdienstes zum Einsatz.

Deutlich zugenommen haben die Alarme durch Brandmeldeanlagen. 374-mal rückten die Feuerwehren deshalb aus, nach 282 Fällen im Jahr zuvor. Hinzu kamen 27 Einsätze wegen privater Rauchwarnmelder. Damit gab es nahezu alle 21 Stunden einen Alarm aus einem dieser beiden Bereiche. „Das Einsatzspektrum der Feuerwehren geht längst weit über die klassische Brandbekämpfung hinaus“, betonte Grundner.

Besonders deutlich wird die Entwicklung beim Blick auf die Einsatzstunden: Obwohl die Zahl der Einsätze sank, stieg die geleistete Zeit von rund 80.000 auf etwa 100.000 Stunden. Grundner führt das unter anderem auf die zunehmende Komplexität der Einsätze zurück. Als Beispiele nannte er Brände mit Batteriespeichern oder Elektrofahrzeugen.

Neue Aufgaben für den Katastrophenschutz

Neben dem Einsatzgeschehen stand bei der Verbandsversammlung auch der Katastrophenschutz im Mittelpunkt. Vorgestellt wurde unter anderem der neue CBRN-Erkundungswagen, der bei der Feuerwehr Traunreut stationiert ist.
Das vom Bund beschaffte Spezialfahrzeug kommt bei Gefahren durch chemische, biologische, radiologische oder nukleare Stoffe zum Einsatz. Es kann Schadstoffe erkunden und Messungen vornehmen.
Auch die Kreisbrandinspektion war im vergangenen Jahr stark gefordert. Die 26 ehrenamtlichen Mitglieder unterstützten bei rund 760 Einsätzen und absolvierten mehr als 4.200 Termine bei Lehrgängen, Übungen, Leistungsprüfungen und Besprechungen.

Die Bilanz zeigt damit: Weniger Einsätze bedeuten für die Feuerwehren nicht automatisch weniger Arbeit. Gleichzeitig wächst der Nachwuchs – eine wichtige Grundlage dafür, dass die überwiegend ehrenamtlich getragenen Feuerwehren auch künftig einsatzbereit bleiben.
(Quelle: Kreisfeuerwehrverband Traunstein / Beitragsbild: Archiv  Kreisfeuerwehrverband Traunstein)

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