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Flüchtlingsunterkunft in Rott: Weiter keine Einigung

Baulicht

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

7. Februar 2024

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rott am Inn / Landkreis Rosenheim – Keine gemeinschaftliche Lösung in Sicht bei der geplanten Sammelunterkunft für Flüchtlinge und Asylbewerber in Rott am Inn (Landkreis Rosenheim: In seiner jüngsten Sitzung hat sich der Rotter Gemeinderat mehrheitlich gegen einen Alternativvorschlag  ausgesprochen. 

Rosenheims Landrat Otto Lederer bedauerte das Ergebnis der Abstimmung. „Inmitten der aufgeheizten Diskussion um eine geplante Ankunftseinrichtung wurde damit eine Chance verpasst, die Wogen in Rott zu glätten“, äußert er sich in einer aktuellen Pressemitteilung.
Die Unterbringungsmöglichkeiten für Geflüchtete im Landkreis seien nach wie vor zu gering. Deshalb müsste das staatliche Landratsamt Rosenheim weiter auf zwei Turnhallen in Bruckmühl und Raubling zurückgreifen. Die Entlastung der Turnhallen sei der Grund für die Anmietung der Gewerbehalle in Rott am Inn. „Tatsächlich kann weder die Unterbringung in Turnhallen noch in einer Gewerbehalle von Dauer sein“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Aus Sicht des Landratsamtes ist die Unterbringung in der Gewerbehalle im Vergleich zu Turnhallen dennoch eine bessere Verbesserung für die geflüchteten Menschen.
„Nichtsdestotrotz hat das Landratsamt die heftige Kritik der Gemeinde und der Bürgerinitiative angenommen und von Anfang an die Bereitschaft signalisiert, alternative Grundstücksangebote zu prüfen“, so Landrat Lederer. Auch habe man sich im Zuge einer außergerichtlichen Einigung bereit erklärt, die Maximalbelegung zu halbieren und auf einem Alternativgrundstück maximal 250 Personen unterzubringen.

Die Bürgerinitiative befürchtet Quecksilberbelastung

Die Bürgerinitiative „Rott Rottiert“ argumentiert auch mit einer Quecksilberbelastung der betreffenden Gewerbehalle. „Neben dem, dass wir nach wie vor die Gewerbeeinheit für ungeeignet halten, 506 Flüchtlinge unterzubringen, sollte uns allen die Gesundheit der Menschen am wichtigsten sein“, heißt es in ihrer Pressemitteilung. Bereits nach der Bekanntgabe im Oktober 2023 habe man das Landratsamt schriftlich von der Gemeinde Rott am Inn über die Bedenken zu den Altlasten des ehemaligen Produktionsbetriebes einer Lampenfirma informiert. Zusätzlich habe dazu im Dezember 2023 ein persönliches Gespräch mit dem Landrat stattgefunden. „Es ist positiv, dass man die Bedenken bezüglicher Schadstoffbelastung von seitens des Landrates aufgegriffen hat“; so die Bürgerinitiative in ihrem Schreiben.
Sie fordert nun die Bestellung von zwei unabhängigen Gutachten zur Schadstoffuntersuchung in dem Gewerbegebäude. Einen Sachverständigen Gutachter, der seitens der Bürgerinitiative „Rott Rottiert“ bestimmt wird und einen durch das Landratsamt Rosenheim. Weiter: „Klarheit und Transparenz über die weiteren Schritte, Bestellung der Gutachter, Zweitpunkt und Dauer der Schadstoffmessungen und eine Veröffentlichung der Gutachten“:
Das Rosenheimer Landratsamt gibt dazu an, bereits in Kontakt mit dem Eigentümer und dem Vorbesitzer der Halle zu stehen: „Sicherheitshalber werden Schadstoffuntersuchungen in Auftrag gegeben. Es ist selbstredend, dass bei einer nachgewiesenen Quecksilberbelastung keine Belegung der Halle stattfinden wird“.
Fest steht nun wohl, dass eine außergerichtliche Einigung vom Tisch ist. „Das Gremium hat von maximal 100 Geflüchteten gesprochen, die in Rott anstelle einer Ankunftseinrichtung dauerhaft untergebracht werden können. Das riecht leider nicht, um unser erklärtes Ziel zu erreichen, nämlich die Turnhallen zu entlasten“, so Landrat Lederer. Bedeutet konkret: Das Landratsamt verfolgt nun den ursprünglichen Pan weiter, die Gewerbehalle in Rott für die Erstaufnahme von Geflüchteten als Ersatz für die Schulturnhalle zu nutzen.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Pressemitteilungen Rott Rottiert und Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Symbolfoto re)

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