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Fronleichnam: Warum heute Altäre geschmückt und Prozessionen gefeiert werden

Blumenteppich Stiftskirche Baumburg

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

4. Juni 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim / Bayern / Deutschland – Heute ist Fronleichnam. In vielen katholischen Orten werden dazu Gottesdienste gefeiert, anschließend ziehen Prozessionen durch Straßen und Plätze. Entlang der Wege sind oft geschmückte Altäre zu sehen, in einigen Regionen entstehen zudem kunstvolle Bilder aus Blüten und Naturmaterialien.

Auch in der Region Rosenheim gehört dieser Tag für viele Gemeinden fest zum Kirchenjahr. Nach den Gottesdiensten geht es bei gutem Wetter hinaus ins Freie – begleitet von Fahnen, Musik und den traditionellen Stationen entlang des Prozessionswegs. Und obwohl sich manche Bräuche verändert haben, sind vielerorts noch immer geschmückte Häuser zu sehen – wenn auch nicht mehr überall so selbstverständlich wie früher.

Fronleichnam ist dabei eines jener Feste, die im öffentlichen Raum sichtbar werden. Gleichzeitig wissen viele nur grob, was genau gefeiert wird und woher der Tag eigentlich kommt.

Was bedeutet Fronleichnam?

Der Name klingt für viele ungewohnt und wird oft missverstanden. Mit Tod oder Begräbnis hat Fronleichnam jedoch nichts zu tun. Das Wort stammt aus dem Mittelhochdeutschen: „Fron“ bedeutet „dem Herrn gehörend“, „Leichnam“ meinte ursprünglich den lebendigen Leib. Fronleichnam bedeutet also sinngemäß „Leib des Herrn“.

Gefiert wird das katholische Hochfest der Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie – also in Brot und Wein beziehungsweise in der geweihten Hostie. Fronleichnam findet immer am zweiten Donnerstag nach Pfingsten statt, also 60 Tage nach Ostern.

Seinen Ursprung hat das Fest im 13. Jahrhundert. Im Jahr 1264 wurde Fronleichnam durch Papst Urban IV. als Fest der gesamten katholischen Kirche eingeführt. Seitdem sind Gottesdienste und Prozessionen vielerorts fester Bestandteil der Feier.

Prozessionen, Altäre und gelebtes Brauchtum

Im Mittelpunkt steht die Fronleichnamsprozession. Nach dem Gottesdienst ziehen die Gläubigen gemeinsam durch Orte und Städte. Ein Priester trägt dabei die Monstranz – ein kunstvoll gestaltetes liturgisches Gefäß, in dem die geweihte Hostie gezeigt wird. Begleitet wird der Zug häufig von Gebeten, Musik und Vereinen.

Typisch sind die geschmückten Altäre entlang des Weges, an denen Stationen gehalten werden. In einigen Regionen gehören auch Blumenteppiche oder Blumenbilder dazu, die mit viel Aufwand aus Blüten, Blättern und Naturmaterialien gestaltet werden.

Früher war zudem das äußere Erscheinungsbild vieler Orte noch stärker geprägt: Häuser entlang der Prozessionswege wurden festlich geschmückt, aus Fenstern hingen bestickte Tücher oder Stoffbahnen. Dieser Brauch ist auch in der Region Rosenheim teilweise noch zu sehen, gerät jedoch zunehmend in Vergessenheit.

Wo Fronleichnam Feiertag ist

Fronleichnam ist kein bundesweiter Feiertag. Arbeitsfrei ist der Tag in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland. In einzelnen katholisch geprägten Gemeinden in Sachsen und Thüringen ist er ebenfalls Feiertag.

Ob religiöse Feier oder Tradition im Jahreslauf: Fronleichnam bleibt ein Tag, an dem sich Glaube und Brauchtum im öffentlichen Raum sichtbar verbinden.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)

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