Rosenheim / Landkreis / Bayern – Im Herbst hängen an vielen Obstbäumen reife Äpfel und Birnen, die niemand erntet. Dabei darf mancherorts jeder zugreifen: Gelbe Bänder an den Bäumen zeigen, dass die Früchte kostenlos gepflückt werden dürfen. Der Naturschutzverband LBV wirbt dafür, dieses Angebot zu nutzen. Denn die Ernte und Verwertung des Obstes kann auch zum Erhalt wertvoller Streuobstwiesen beitragen.
Für viele Besitzer lohnt sich die Bewirtschaftung ihrer Streuobstwiesen wirtschaftlich kaum noch. Bleiben Pflege und Nachpflanzungen aus, kann langfristig ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten verloren gehen. Streuobstwiesen bieten vielen Arten Nahrung und Unterschlupf und tragen zugleich zur regionalen Versorgung mit Obst bei.
„Nur durch die Nutzung und Pflege der Streuobstwiesen kann auch die große Artenvielfalt auf den Flächen erhalten werden“, sagt Leonie Gloß, Streuobstexpertin beim LBV. Der Naturschutzverband engagiert sich mit verschiedenen Projekten, auf eigenen Flächen und über seine Kreisgruppen für den Erhalt dieser Lebensräume. Er gehört außerdem zu den Mitbegründern des Bayerischen Streuobstpakts.
Obst selbst ernten und regional einkaufen
Wer keinen eigenen Obstgarten hat, kann ebenfalls etwas für den Erhalt der Streuobstwiesen tun. Gelbe Bänder an Obstbäumen signalisieren, dass die Früchte von anderen Menschen geerntet werden dürfen. Wichtig ist, nur an entsprechend gekennzeichneten Bäumen zu pflücken.
Das selbst geerntete Obst lässt sich frisch genießen oder zu Saft, Kuchen und anderen Köstlichkeiten verarbeiten. Auch mit dem Kauf regionaler Streuobstprodukte können Verbraucher dazu beitragen, dass sich die Bewirtschaftung der Flächen weiterhin lohnt. „Es ist schade, wenn wertvolles und gesundes Obst, das direkt vor unserer Haustür wächst, einfach liegen bleibt“, sagt Gloß. Sie appelliert deshalb auch daran, lokale Initiativen zu unterstützen, selbst Bäume zu pflanzen oder beim Sammeln und Verwerten des Obstes mitzuhelfen.
(Quelle: Pressemitteilung LBV / Beitragsbild: Symbolfoto re)


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