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Gerberei Bauer, Rosenheim, ca. 1900

Weißgerberei Bauer in Rosenheim in der Zeit um ca. 1900. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

27. Juli 2026

Lesezeit: < 1 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1900. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist die Gerberei Bauer in der Färberstraße in Rosenheim.

Vor dem Eingang des Geschäfts haben sich drei Männer und zahlreiche Kinder für den Fotografen aufgestellt. Über der Tür ist deutlich das Firmenschild „Andreas Bauer – Weißgerber“ zu erkennen. Die gepflasterte Straße und eine Kutsche, die gleich um die Ecke wartet, vermitteln einen Eindruck vom Rosenheim der damaligen Zeit.
Die Gerberei Bauer bestand nach den heute vorliegenden Unterlagen von 1896 bis 1946 und gehörte damit über fünf Jahrzehnte lang zum Rosenheimer Handwerk. Die Aufnahme dürfte in den ersten Jahren nach der Firmengründung entstanden sein und zeigt den Betrieb in einer Zeit, in der Handwerksbetriebe das Stadtbild noch stark prägten.

Die Färberstraße als Zentrum des Handwerks

Die Färberstraße zählt zu den ältesten Straßenzügen Rosenheims. Bereits im Jahr 1579 wird sie als „Färbergasse“ erwähnt. Ihren Namen erhielt sie von den dort ansässigen Handwerkern, darunter auch Färber und Gerber.
Gerbereien waren traditionell auf Wasser angewiesen, das für die Verarbeitung der Tierhäute benötigt wurde. Deshalb siedelten sich viele dieser Betriebe an Bächen oder Mühlgräben an. Die Arbeit der Gerber war körperlich anspruchsvoll und prägte über viele Jahrhunderte das Leben in den entsprechenden Stadtvierteln.

Ein Weißgerber wie Andreas Bauer stellte besonders helle und feine Ledersorten her, die unter anderem für hochwertige Lederwaren verwendet wurden. Heute erinnert in der Färberstraße kaum noch etwas an diese Handwerkstradition. Historische Aufnahmen wie diese geben jedoch einen Einblick in eine Zeit, als kleine Familienbetriebe und ihre Handwerkskunst noch fester Bestandteil des Rosenheimer Alltags waren.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

1 Kommentar

  1. Stimmt das mit der Schließung 1946? Ich meine, ich hätte in den 60er-Jahren noch ein Firmenschild gesehen. Außerdem gab ein Mitglied der Famlilie in der Schule als Beruf des Vaters an: Mädchen für alles bei der Gerberei Bauer.

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