Rosenheim – Wo früher eine grüne Wiese lag, erstreckt sich inzwischen eine große Kiesfläche: Wer von der Umgehungsbrücke auf Rosenheim schaut oder auf dem Weg zu den Seen unterwegs ist, dem dürfte die Veränderung aufgefallen sein. Die Idylle an der Happinger-Au-Straße ist derzeit getrübt. Auch Innpuls.me haben dazu mehrere Anfragen von Lesern erreicht: Was entsteht dort eigentlich – und soll die Kiesfläche bleiben? Jetzt gibt es eine Antwort von der Deutschen Bahn.
Die Fläche bei „Bauer in der Au“ wird als Baustelleneinrichtungsfläche für die Korridorsanierung der Bahnstrecke zwischen Rosenheim und Salzburg genutzt. Sie ist damit Teil der umfangreichen Vorbereitungen für die anstehenden Arbeiten entlang der Strecke.
Platz für Material, Maschinen und Baustellenverkehr
Baustelleneinrichtungsflächen, kurz BE-Flächen, sind nach Angaben der Bahn zentrale logistische Standorte in unmittelbarer Nähe zur eigentlichen Baustelle. Dort können unter anderem Baumaterialien gelagert und Baumaschinen abgestellt werden. Auch Container für Büro-, Steuerungs- und Koordinationsaufgaben finden dort Platz. Außerdem werden die Flächen für Durchfahrten, Wendemanöver und die Organisation des Baustellenverkehrs benötigt, erklärt ein Bahnsprecher.
Die Fläche an der Happinger-Au-Straße dient dabei nicht nur der späteren Korridorsanierung. Sie wird nach Angaben der Bahn auch für eine vorgelagerte Maßnahme genutzt. Deshalb sei dort voraussichtlich bis Juli 2027 immer wieder mit Arbeiten und entsprechenden Bewegungen zu rechnen.
Entlang der gesamten Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg entstehen derzeit zahlreiche solcher Baustelleneinrichtungsflächen. Nach Angaben der Bahn haben sie zusammengerechnet eine Größe von mehr als 46 Fußballfeldern.
Vorbereitungen für die Korridorsanierung
Bis zum eigentlichen Start der Korridorsanierung werden die Flächen für unterschiedliche vorbereitende Arbeiten benötigt. Dazu gehören unter anderem Begehungen mit Planungsbüros, Kampfmittelsondierungen sowie Vegetationsrückschnitt und Mulcharbeiten. Auch Materialanlieferungen gehören dazu.
Später können auf den BE-Flächen beispielsweise Weichen und Oberleitungsmasten vormontiert werden. Das soll nach Angaben der Bahn dazu beitragen, diese während der Bauphase möglichst zügig im Streckenbereich einzubauen.
Für die Vorbereitung der Flächen arbeitet das Projektteam laut Bahn mit den betroffenen Kommunen, Eigentümern und Pächtern sowie verschiedenen Fachbehörden zusammen. Dazu gehören unter anderem die Untere Naturschutzbehörde und das Denkmalamt. Die betroffenen Kommunen seien vorab über die Nutzung informiert worden.
Die Kiesfläche soll wieder verschwinden
Eine Frage, die sich beim Blick auf die große geschotterte Fläche besonders stellt, ist damit ebenfalls beantwortet: Sie soll kein dauerhafter Bestandteil des Landschaftsbildes werden.
Die Deutsche Bahn teilt auf Anfrage von Innpuls.me mit, dass die Fläche an der Happinger-Au-Straße bis Ende 2027 wieder begrünt werden soll. Bis dahin wird sie allerdings noch als Baustelleneinrichtungsfläche gebraucht.
(Quelle: Artikel Karin Wunsam / Beitragsbild: Eduard Staudhammer)


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