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Gute Unterhaltung mit den Bremer Stadtmusikanten

Bremer Stadtmusikanten verwandeln sich dank Schatten in ein Monster

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

25. Juli 2022

Lesezeit: 2 Minute(n)

Rosenheim – Das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten kennt fast jedes Kind und wird auch immer wieder gerne von Theater-Ensembles aufgegriffen. Das Junge Theater Rosenheim (JTR) feierte damit nun am vergangenen Sonntag Premiere im Künstlerhof. Die Inszenierung begeisterte neben witzigen Dialogen und musikalischen Einlagen vor allem durch raffinierte technische Effekte und dem Spiel aus Licht und Schatten.

Bremer Stadtmusikanten: Hahn auch als Schatenfigur
Bremer Stadtmusikanten: Die Räuber

„Etwas Besseres als den Tod findest du überall“ – das dachten sich Esel, Hund, Katze und Hahn, als sie sich auf den Weg nach Bremen machen, um Stadtmusikanten zu werden. Was die vier ungleichen Gesellen eint: sie sind alt, schwach und damit augenscheinlich für ihre Besitzer zu nichts mehr zu gebrauchen.
203 Jahre hat das Grimmsche Märchen mittlerweile auf dem Buckel. Aber seine Botschaft ist heute aktueller denn je: Es geht um Leistungsdruck und der Angst, bei Nicht-Leistung aussortiert zu werden auf der einen Seite und auf der anderen um die Stärke von Gemeinschaft und Zusammenhalt.
Florentine Klepper inszenierte diese Geschichte für das Junge Theater Rosenheim in einer Fassung von Philipp Löhle mit viel Humor und spannenden Effekten, die auf den ersten Blick überhaupt nicht sichtbar sind.
Der Saal im Künstlerhof wirkt nämlich erst einmal ziemlich leer. Statt Stühle gibt es Sitzkissen auf dem Boden. Die Wände sind mit weißen Papier zugepflastert und das war es auch schon mit der Kulisse.
Doch kaum geht das Licht aus, erwachen Schatten an den Wänden zum Leben und daraus „schälen“ sich dann die vier Protagonisten heraus: Esel, Hund, Katze und Hahn. Kindgerecht dargestellt und gespielt von Rosalie Eberle, Anna Grude, Serge Kounouvi, Livia Schoeler und Benedikt Zimmermann.
Den Theaterspielern wird bei dieser Fassung auch musikalisch einiges abverlangt. Doch auch diese Herausforderung meistern sie mit Bravour. Sie singen und musizieren nebenbei mit Gitarre, Geige und Triangel. Die Lieder laden zum Mitsingen ein. Am Schluss gab es viel Applaus von Groß und Klein.
Insgesamt ein sehr unterhaltsames und kurzweiliges Theaterstück für die gesamte Familie. Einziges kleines Manko aus unser Sicht: Im gesamten Stück wird hochdeutsch gesprochen, nur in der Szene, in der die Theaterspieler in die Rollen der bösen und etwas einfältigen Räuber schlüpfen, wechseln sie teils in den bayerischen Dialekt. Dialekt ist gleich dümmlich und unsozial? Das muss nicht sein, finden wir – gleich gar bei einer Aufführung für Kinder!
Ansonsten gibt es von uns aber eine klare Empfehlung. Gezeigt wird das Familienstück noch einmal am 29. Juli um 18 Uhr. Vorstellungen für Schulen gibt es am 25, 26, 27, und 28. Juli um jeweils 10 Uhr.
Reservierung  der Karten ist möglich unter: tickets@junges-theater-rosenheim.de
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild, Fotos, Video: Karin Wunsam)

Hier noch einige Bilder für Euch: 

Bremer Stadtmusikanten, Schattenwald
Bremer Stadtmusikanten: Theater - Esel und Hund
Bremer Stadtmusikanten - der Abschluss
Bremer Stadtmusikanten

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