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Hauptzollamt Rosenheim: Rolf Wundrack zieht erste Bilanz

Rolf Wundrack, neuer Leiter beim Hauptzollam Rosenheim. Foto: Copyright Pressestelle HZA Rosenheim

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

11. Oktober 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim / Region – Seit einem halben Jahr leitet Rolf Wundrack das Hauptzollamt Rosenheim. Nun zieht er eine erste Bilanz: Sie reicht von Millionenbeträgen aus Steuern und Vollstreckung über Kontrollen im Straßenverkehr bis hin zu umfangreichen Ermittlungen gegen Schwarzarbeit. Allein im ersten Halbjahr 2026 führten mehrere abgeschlossene Großverfahren zu insgesamt 33 Jahren Freiheitsstrafen und Geldstrafen von mehr als 500.000 Euro.

Wundrack stammt aus Freiburg im Breisgau und war vor seinem Wechsel nach Rosenheim stellvertretender Leiter und Sachgebietsleiter beim Zollfahndungsamt München. Seit dem 24. März steht er an der Spitze des Hauptzollamts, das knapp 620 Mitarbeiter beschäftigt. Zu dessen Aufgaben gehören unter anderem die Bekämpfung von Schwarzarbeit, die Warenabfertigung, Kontrollen auf Verkehrswegen und die Erhebung von Steuern. „Dass ich nun schon seit dem 24. März in Rosenheim bin, kann ich manchmal kaum glauben – die Zeit verging wie im Flug“, sagt Wundrack. Zu den besonderen Terminen seiner ersten Monate zählten auch drei Veranstaltungen zum 75-jährigen Bestehen der Bundeszollverwaltung in Rosenheim, Mühldorf und Bad Reichenhall.

Schwarzarbeit: 33 Jahre Freiheitsstrafen aus abgeschlossenen Großverfahren

Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) ist der größte Arbeitsbereich des Hauptzollamts Rosenheim. Mehr als 180 Mitarbeiter sind dafür an den Standorten Rosenheim, Weilheim und Traunstein im Einsatz. Sie kontrollieren unter anderem Betriebe im Baugewerbe, in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe sowie in der Friseur- und Kosmetikbranche.
Bei den Ermittlungen geht es beispielsweise um nicht ordnungsgemäß zur Sozialversicherung angemeldete Beschäftigte, zu Unrecht bezogene Sozialleistungen und illegale Beschäftigung. Auch Verstöße gegen den Mindestlohn und ausbeuterische Arbeitsbedingungen spielen eine Rolle. Die Verfahren sind laut Zoll häufig umfangreich und reichen teilweise über mehrere Bezirke oder bis ins Ausland.

Im ersten Halbjahr 2026 führten mehrere abgeschlossene Großverfahren nach Angaben von Wundrack zu Freiheitsstrafen von insgesamt 396 Monaten – also 33 Jahren – sowie zu Geldstrafen von mehr als 500.000 Euro.

Auch die Jahresbilanz für 2025 zeigt den Umfang der Arbeit: Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit leitete 1.370 Strafverfahren ein. Aus 1.489 abgeschlossenen Ermittlungsverfahren resultierten Geldstrafen von insgesamt 872.020 Euro sowie Freiheitsstrafen von zusammen 529 Monaten. Die Schadenssumme aus Straf- und Ordnungswidrigkeitenverfahren belief sich auf 15,71 Millionen Euro.

Kontrollen auf Verkehrswegen: Drogen und Tabak sichergestellt

Die Kontrolleinheiten Verkehrswege Traunstein und München überprüften im Jahr 2025 insgesamt 14.972 Personen. Die Kontrollen fanden unter anderem in Autos, Lastwagen, Bussen und Zügen sowie in Kleinflugzeugen und Hubschraubern statt. Auch 49 Shisha-Bars wurden kontrolliert.
Dabei stellten die Zöllner unter anderem rund 9,1 Kilogramm Marihuana, gut ein Kilogramm Crystal und knapp 292 Gramm Kokain sicher. Hinzu kamen Opium, Haschisch und weitere Cannabisprodukte. Auch Arznei- und Dopingmittel wurden beschlagnahmt: insgesamt 8.414 Stück, etwa Tabletten, außerdem rund 11,6 Kilogramm in Pulverform und 2.665 Milliliter in flüssiger Form.

Bei den Tabakwaren registrierte der Zoll 293.394 Zigaretten, Zigarren und Zigarillos sowie rund 404 Kilogramm Wasserpfeifentabak. Hinzu kamen weitere Tabakwaren.

Millionenbeträge aus Steuern und Vollstreckung

Das Hauptzollamt Rosenheim ist auch für die Erhebung von Einfuhrabgaben und Verbrauchsteuern zuständig. Im vergangenen Jahr nahm die Behörde nach eigenen Angaben insgesamt mehr als 782 Millionen Euro ein. Darunter waren 406,12 Millionen Euro Einfuhrumsatzsteuer und 29,77 Millionen Euro Zölle. Die Verbrauchsteuern beliefen sich auf 376,14 Millionen Euro. Den größten Anteil daran hatte die Energiesteuer mit 286,71 Millionen Euro.
An den vier Zollämtern im Zuständigkeitsbereich wurden 2025 rund 1,52 Millionen Warenpositionen für die Einfuhr und 6,98 Millionen für die Ausfuhr abgefertigt. Außerdem bearbeitete der Zoll 3.784 Postpakete aus Ländern außerhalb der Europäischen Union.

Eine weitere Aufgabe ist die Vollstreckung offener Forderungen. Die Vollstreckungsstelle trieb 2025 insgesamt 92,4 Millionen Euro ein. Davon entfielen 63,55 Millionen Euro auf Forderungen anderer Sozialbehörden, 16,1 Millionen Euro auf die Zollverwaltung und sonstige Bereiche, 7,71 Millionen Euro auf die Kraftfahrzeugsteuer und 5,04 Millionen Euro auf die Bundesagentur für Arbeit.

Insgesamt bearbeitete die Vollstreckungsstelle im vergangenen Jahr 204.850 Fälle. Der größte Anteil entfiel mit 113.973 Fällen auf die Bundesagentur für Arbeit und andere Sozialbehörden. Weitere 89.192 Fälle betrafen die Kraftfahrzeugsteuer, 1.685 die Zollverwaltung.
(Quelle: Pressemitteilung Hauptzollamt Rosenheim / Beitragsbild: Pressestelle HZA Rosenheim)

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