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Hofleiten, Gemeinde Stephanskirchen, ca. 1910

Blick von Rosenheim über den Inn auf die Hofleiten - heute Rohrdorfer Straße in der Zeit um ca. 1910. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

1. August 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Stephanskirchen / Landkreis Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die Zeit um ca. 1910. Auf der historischen Aufnahme sehen wir die Hofleiten (heute Rohrdorfer Straße) in der Gemeinde Stephanskirchen.

Die Hofleiten liegt direkt am rechten Innufer, gegenüber von Rosenheim und unterhalb des Schlossbergs. Auf diesem befand sich im Mittelalter die historische Burg Rosenheim, die erstmals 1232 urkundlich erwähnt wurde. Von der einstigen Burganlage ist heute allerdings nur noch das Bodendenkmal des sogenannten Burgstalls erhalten.
Die Hofleiten entstand ursprünglich als Siedlung von Innschiffern, Handwerkern und Tagelöhnern. Durch die unmittelbare Nähe zu Rosenheim und die wirtschaftliche Verbindung zur Stadt entwickelte sich das Gebiet vor allem um 1800 zunehmend zu einer Arbeiter- und Taglöhnersiedlung.

Ein Leben eng verbunden mit dem Inn

Für die Menschen, die hier lebten, war der Inn mehr als nur ein Fluss vor der Haustür. Er war Verkehrsweg, Arbeitsplatz und zugleich eine wichtige Einnahmequelle. Die Hofleitner waren unter anderem dafür bekannt, bei Hochwasser oder wenn Eisschollen den Inn hinuntertrieben, mit kleinen Booten, sogenannten Mutzen, auf den Fluss hinauszufahren. Dabei versuchten sie, Treibholz aus den Fluten zu bergen und als Brennholz zu nutzen. Das war nicht ungefährlich.
Auch die Gärten gehörten lange zum Bild der Hofleiten. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein gab es auf der Innseite großzügige Gartenflächen, die für die Bewohner eine wichtige Rolle bei der Selbstversorgung spielten.

Einst sogar eine eigene Gemeinde

Die Hofleiten war im 19. Jahrhundert zeitweise sogar eine eigene Gemeinde. Im Zuge der damaligen Verwaltungsreformen kam es zu einer engeren Verbindung mit Stephanskirchen. 1854/55 wurden Hofleiten und Stephanskirchen schließlich offiziell vereinigt.
Ganz reibungslos verlief das Zusammenwachsen allerdings nicht. Die unterschiedlichen sozialen Strukturen der Ortsteile sorgten noch bis ins späte 19. Jahrhundert immer wieder für Spannungen.

Vom alten Ortsbild ist heute nur noch wenig zu erahnen. Der historische Name Hofleiten ist bei den Einheimischen aber bis heute lebendig geblieben.

Amtlich heißt der Straßenzug inzwischen Rohrdorfer Straße. Nach dem Ausbau in den 1990er Jahren wurde daraus eine wichtige Verkehrsachse, über die heute täglich zahlreiche Fahrzeuge zwischen Stephanskirchen, Rosenheim und der Region unterwegs sind.
Wer heute dort entlangfährt, dürfte kaum noch erahnen, dass sich an dieser Stelle einst eine kleine Siedlung von Schiffern, Handwerkern und Arbeitern direkt am Inn befand.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)

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