Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in die 1930er Jahre. Auf der historischen Aufnahme zu sehen ist das ehemalige Hotel König-Otto an der König-Otto-Kreuzung in Rosenheim.
Deutlich zu erkennen ist der damals üppige Biergarten, der sich zur Straße hin erstreckte. Am Straßenrand stehen mehrere Automobile, die einen Eindruck vom Straßenbild jener Zeit vermitteln.
Der Name des Hauses geht auf ein historisches Ereignis zurück: Im Dezember 1832 machte der bayerische Königssohn Otto auf seiner Reise in sein neues Königreich Griechenland in Rosenheim Station. Zu seinen Ehren benannte der damalige Wirt Lorenz Lummer seinen Gasthof um.
Das Anwesen am Eingang zur Altstadt, am heutigen Max-Josefs-Platz 1, blickte bereits damals auf eine lange Geschichte zurück. In den 1920er und 1930er Jahren war das „König Otto“ ein beliebter Treffpunkt. Neben dem bekannten Biergarten gab es im Obergeschoss einen großen Saal, in dem regelmäßig Bälle und andere Veranstaltungen stattfanden.
Vom „König Otto“ zum „Wienerwald“
Der Biergarten verschwand allerdings in den 1960er Jahren. 1963 wurde er aufgegeben, um Platz für einen Anbau zu schaffen. Dort zog zunächst ein Supermarkt ein. Ein Jahr später wurde die Gaststätte an die Restaurantkette „Wienerwald“ verpachtet. Die Brathendl des Restaurants waren dort über viele Jahre bekannt und beliebt.
1970 endete schließlich auch der Hotelbetrieb in den Obergeschossen. Die „Wienerwald“-Ära an diesem Standort dauerte noch bis Ende der 1980er Jahre.
Heute befinden sich in dem Gebäude verschiedene Laden- und Büroflächen. Auch die Geschichte des einstigen Supermarkts setzt sich dort fort: Unter anderem ist heute eine Filiale von „Butlers“ an dieser Stelle zu finden.
Unser historisches Foto zeigt das „König Otto“ damit noch in einer Zeit, als der Biergarten das Straßenbild an der Kreuzung prägte – und Automobile dort noch längst nicht in der heutigen Dichte unterwegs waren.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Artikel: Karin Wunsam)


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