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IG Bau: Ärzte in Rosenheim sollen stärker auf mögliche Berufskrankheit Parkinson hinweisen

Wenn nach dem Job die Schüttellähmung kommt. Parkinson durch chemische Pflanzenschutzmittel ist als Berufskrankheit anerkannt. Darauf weist die IG Bau hin. Foto: Copyright IG Bau-Tobias Seifert

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

4. Mai 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim / Region – In Rosenheim sollten nach Ansicht der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)  Ärzte bei Parkinson-Erkrankungen auch mögliche berufliche Ursachen stärker in den Blick nehmen. Hintergrund sind laut Gewerkschaft mögliche Risiken durch den Umgang mit Pflanzenschutzmitteln in Landwirtschaft, Gartenbau oder verwandten Tätigkeiten.

„Wer in Rosenheim auf den Feldern oder in Gewächshäusern arbeitet, den kann es treffen: Ein erhöhtes Risiko, Parkinson zu bekommen. Und zwar immer dann, wenn er über Jahre häufig mit Pflanzenschutzmitteln zu tun hatte“, sagt Dieter Pangerl von der IG BAU Oberbayern.

Nach Angaben der Gewerkschaft ist das sogenannte Parkinson-Syndrom durch Pestizide als Berufskrankheit anerkannt. Voraussetzung für eine Anerkennung sei allerdings, dass Betroffene nachweisen können, über einen längeren Zeitraum – mindestens 100 Tage – mit chemischen Pflanzenschutzmitteln gearbeitet zu haben. Dazu zählen laut IG BAU unter anderem Fungizide, Insektizide oder Herbizide.

Leistungen über die Berufsgenossenschaft möglich

Wird die Erkrankung als Berufskrankheit anerkannt, greift die gesetzliche Unfallversicherung. Nach Darstellung der IG BAU reicht die Unterstützung von medizinischer Behandlung bis hin zu finanziellen Leistungen durch die zuständige Berufsgenossenschaft. Dies gelte nicht nur für Beschäftigte in der Landwirtschaft, sondern etwa auch im Gartenbau oder in der Forstwirtschaft.

Nach Einschätzung der Gewerkschaft können Pflanzenschutzmittel jedoch auch in anderen Bereichen eine Rolle spielen. „Gefahren lauern allerdings auch in der Floristik. Und sogar auf dem Bau“, sagt Pangerl. So würden bei Sanierungen oder im Sanitärbereich häufig Materialien mit Anti-Schimmelmitteln eingesetzt, die ebenfalls entsprechende Stoffe enthalten könnten.

Appell an Ärzte und Krankenkassen

Die IG Bau Oberbayern richtet daher einen Appell an niedergelassene Ärzte in Rosenheim, bei Parkinson-Patienten gezielt nach beruflichen Tätigkeiten zu fragen und mögliche Zusammenhänge zu prüfen. Auch gesetzliche Krankenkassen sollten Betroffene nach Ansicht der Gewerkschaft stärker informieren.

Ziel sei es, mehr Erkrankungen als Berufskrankheit anerkennen zu lassen, so Pangerl weiter. Besonders betroffen seien auch Menschen, die nicht direkt Pflanzenschutzmittel ausgebracht haben, sondern diesen Stoffen etwa in Gewächshäusern ausgesetzt waren.

Hinweis auf Beratungsangebote

Die IG BAU verweist Betroffene auf die zuständigen Berufsgenossenschaften. Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) bietet  eine spezielle „Parkinson-Hotline“ an. Zudem stehen Informationen online zur Verfügung.
(Quelle: Pressemitteilung IG Bau-Oberbayern / Beitragsbild Copyright IG Bau-Tobias Seifert)

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