Rosenheim – Alte Möbel, Restmüll, Sperrmüll oder andere Abfälle neben den Containern: Die Vermüllung an Rosenheims Wertstoffinseln nimmt zu. Die Stadt verzeichnet deutlich mehr Beschwerden und will künftig konsequenter gegen illegale Ablagerungen vorgehen. Besonders bei größeren Mengen könnte es künftig deutlich teurer werden.
Im gesamten Stadtgebiet gibt es 75 Wertstoffinseln für Glas, Papier und Leichtverpackungen. Die Container werden regelmäßig geleert, an stark frequentierten Standorten erfolgt die Reinigung nach Angaben der Stadt sogar an jedem Werktag. Trotzdem werden dort zunehmend Abfälle abgestellt, die nicht in die Sammelstellen gehören.
Als Beispiel nennt die CSU-Stadtratsfraktion, die einen Antrag zur Eindämmung der Vermüllung eingebracht hatte, die Wertstoffsammelstelle in der Stemplingerstraße. Dort seien Ende Mai rund 45 Kilogramm Tomatendosen abgestellt worden, die vermutlich einen gewerblichen Hintergrund gehabt hätten. Anfang Juni habe ein Bürger erneut auf Ablagerungen an derselben Stelle hingewiesen.
Beschwerden steigen deutlich
Auch die Stadt Rosenheim stellt eine zunehmende Vermüllung an den Wertstoffinseln fest. Da Hinweise über verschiedene Wege eingehen – etwa per E-Mail, Telefon, Schreiben oder persönliche Vorsprachen – wird die Zahl der Beschwerden geschätzt.
Im Jahr 2025 gingen laut Verwaltung rund 700 Beschwerden ein. Für das laufende Jahr rechnet die Stadt mit einer deutlichen Steigerung auf etwa 1.100 Meldungen.
Für die Stadt bedeutet das zusätzlichen Aufwand: Illegale Ablagerungen müssen entfernt, entsorgt und bearbeitet werden. Neben den höheren Entsorgungskosten entsteht auch zusätzlicher Verwaltungsaufwand. Das Problem betrifft dabei nicht nur Rosenheim. Nach Angaben der Verwaltung beobachten auch andere Kommunen eine Zunahme illegaler Ablagerungen an Wertstoffsammelstellen.
Detektei und Videoüberwachung liefern zahlreiche Verstöße
Dass die Stadt bereits gegen das Problem vorgeht, zeigen die Zahlen der seit Ende 2025 eingesetzten Detektei. Zwischen November 2025 und Juni 2026 gab es an 48 Einsatztagen mit rund 200 Stunden Aufwand insgesamt 184 Feststellungen.
Besonders im Fokus stand dabei unter anderem die Wertstoffinsel am Kaufland an der Äußeren Münchener Straße. In 167 Fällen wurden laut Stadt Bußgelder bis zu 320 Euro ausgesprochen. Die Verstöße betrafen überwiegend Rest- und Sperrmüllablagerungen. Häufig seien dabei Verursacher aus dem Landkreis Rosenheim festgestellt worden.
Auch die Videoüberwachung an der Wertstoffinsel Hochfellnstraße/ESV-Gelände bleibt ein Bestandteil der Kontrollen. Sie besteht bereits seit 2017. Im Jahr 2025 wurden dort rund 135 Verstöße geahndet, im laufenden Jahr bislang 59 Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet.
Eine flächendeckende Videoüberwachung aller Wertstoffinseln sei laut Verwaltung aus datenschutzrechtlichen und technischen Gründen nicht möglich. Außerdem sei die Auswertung der Aufnahmen mit erheblichem Aufwand verbunden.
Bei größeren Ablagerungen drohen künftig höhere Bußgelder
Im Ausschuss für Umwelt, Energie und Klimaschutz ging es deshalb auch um die Frage, ob die bisherigen Sanktionen noch ausreichen. Die Stadträte stimmten mehrheitlich der geplanten Vorgehensweise mit konsequenterer Ahndung von Verstößen und einer Ausweitung der Überwachung zu.
Besonders bei größeren illegalen Ablagerungen sollen die möglichen Bußgelder künftig deutlich steigen.
Nach dem Beschlussvorschlag sind folgende Staffelungen vorgesehen: Für das Einwerfen außerhalb der offiziellen Einwurfzeiten sollen weiterhin 35 Euro fällig werden.
Wer haushaltsübliche Mengen neben den Containern ablagert, soll künftig beim ersten Verstoß 50 Euro und beim zweiten Verstoß 100 Euro zahlen.
Deutlich höher fallen die vorgesehenen Beträge bei nicht haushaltsüblichen Mengen aus. Hier sollen künftig bereits beim ersten Verstoß 500 Euro und bei einem zweiten Verstoß 2.500 Euro möglich sein.
CSU-Fraktionsvorsitzender Dr. Wolfgang Bergmüller plädierte dafür, den vorhandenen Bußgeldrahmen bei besonders schweren Fällen konsequent auszuschöpfen. „Die Bußgelder müssen höher werden, damit die Leute merken, dass so was nicht geht“, sagte Bergmüller.
Stadt setzt weiter auf Kontrollen und Information
Neben der Verschärfung der Bußgelder soll auch die Kontrolle ausgeweitet werden. Die Verwaltung plant, den Einsatz der Detektei an den derzeit rund zehn Problemstandorten fortzuführen und auszubauen.
Zusätzlich sollen neue Schilder mit leicht verständlichen Piktogrammen auf die richtige Nutzung der Wertstoffinseln und die Überwachung hinweisen. Auch die Abfallberatung und eine Social-Media-Kampagne sollen künftig stärker für eine korrekte Entsorgung sensibilisieren.
Ob die höheren Bußgelder Wirkung zeigen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Klar ist bereits jetzt: Die Vermüllung der Wertstoffinseln beschäftigt die Stadt weiter – und dürfte auch künftig immer wieder Thema in den politischen Gremien bleiben.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Archiv Innpuls.me)


Eine Videoüberwachung wäre an manchen „Inseln “ kein rausgeschmissenes Geld! Die Sammelstellen Traberhof und Isarstraße sehen nach dem Wochenende wie Müllhalden aus! 😞 Die abgelegten Dinge können fast nur mit einem Auto gebracht worden sein!
Aber dann schreien die Gegner gleich wieder “ Überwachungsstaat “ !!!
War es vielleicht nicht so schlimm, als Sperrmüll regelmäßig ohne zusätzliche Kosten abgeholt wurde?
Oder geht es uns einfach zu gut, alles wird ersetzt und nicht repariert?