Rosenheim – Über 1.000 Menschen kamen am Freitagabend (28. August) zu einem spontanen Konzert der Rosenheimer Band Kaffkiez auf dem Max-Josefs-Platz. Der Auftritt begann um 19 Uhr und endete gegen 20 Uhr. Anlass für das kurzfristig organisierte Konzert war eine Diskussion um den städtischen Kulturförderpreis, den Kaffkiez im Oktober erhalten soll.
Gut 1000 Besucher waren bei dem spontanen Konzert auf dem Max-Josefs-Platz mit dabei. Fotos: Copyright Josefa Staudhammer
Der Kulturförderpreis der Stadt Rosenheim ist mit 2.500 Euro dotiert. Die Stadt begründet die Auswahl von Kaffkiez unter anderem mit dem Engagement der Musiker. So engagieren sich die Bandmitglieder als Paten für das Projekt „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ am Rosenheimer Karolinengymnasium.
AfD kritisiert Vergabe des Kulturpreises
Gegen die Vergabe des Preises hatte sich die AfD-Stadtratsfraktion ausgesprochen. In einer Pressemitteilung vom 25. August kritisierte die Fraktion die politische Positionierung der Band. Aus Sicht der AfD sei diese mit dem verbindenden Charakter eines städtischen Kulturpreises nicht vereinbar.
AfD-Stadträtin Martina Kranich, die die Fraktion im Kulturausschuss vertritt, erklärte dazu: „Eine Stadt wie Rosenheim lebt vom demokratischen Pluralismus und dem friedlichen Diskurs. Eine Band, die öffentlich dazu aufruft, Andersdenkende gesellschaftlich auszugrenzen und den moralischen Zeigefinger gegen die eigene Heimat und gegen die ländliche Bevölkerung erhebt, hat aus unserer Sicht keinen Anspruch auf einen Kulturpreis.“ Die AfD-Fraktion kündigte an, sich gegen eine aus ihrer Sicht mögliche Instrumentalisierung von Kunst und Kultur einzusetzen.
Kaffkiez kündigt spontanen Auftritt an
Kaffkiez reagierte auf die Kritik mit Beiträgen in den sozialen Medien. Die Band schrieb unter anderem: „Es versteht sich für uns von selbst, dass wir eine Verantwortung haben, uns gegen Rechtsextremismus zu äußern.“ Anschließend kündigten die Musiker den spontanen Auftritt auf dem Max-Josefs-Platz an. In einem Beitrag vor dem Konzert hieß es: „Die AfD will uns den Förderpreis der Stadt Rosenheim absprechen. Mehr Infos in unserem letzten Post. Bis später, Rosenheim.“
Am Freitagabend füllte sich daraufhin der Platz in der Innenstadt. Rund 1.000 Besucher kamen, um die Band zu sehen. Kaffkiez spielte mehrere Songs aus dem eigenen Repertoire. Das Konzert verlief friedlich, die Stimmung unter den Besuchern war ausgelassen. Auch Rosenheims Oberbürgermeister Abuzar Erdogan war vor Ort. Auf veröffentlichten Fotos und Videos vom Konzert ist er im Bereich vor der Bühne zu sehen.
Während des Auftritts nahm die Band erneut Bezug auf die vorausgegangene Diskussion. Unter anderem veröffentlichte Kaffkiez die Aussagen „In Rosenheim bleibt Liebe stärker als Hass“ und „Kultur und Kunst soll verbinden, und nicht spalten“.
2.500 Euro aus der Bandkasse
Der Auftritt war als kostenloses Konzert angekündigt. Gleichzeitig wurde vor Ort um Spenden gebeten. Während des Konzerts wurde ein Hut herumgereicht. Die Einnahmen des Abends sollen nach Angaben der Band dem Stadtjugendring Rosenheim für dessen Jugendarbeit zugutekommen.
Darüber hinaus will Kaffkiez 2.500 Euro aus der eigenen Bandkasse spenden. Der Betrag entspricht damit genau der Höhe des städtischen Kulturförderpreises.
Nach dem Ende des Konzerts blieben viele Besucher noch auf dem Max-Josefs-Platz. Zahlreiche Fans nutzten die Gelegenheit für Selfies mit den Bandmitgliedern. Die Musiker nahmen sich auch Zeit für Gespräche mit den Besuchern.
Von „Maybe“ zu Kaffkiez
Die Verbindung der Musiker zum Rosenheimer Stadtjugendring reicht bis in die Anfangszeit der Band zurück. Johannes Gottwald und Johannes Eisner gründeten die Gruppe 2012 zunächst unter dem Namen „Maybe“ als Crossover-Coverband. Zu den frühen Auftrittsorten gehörte auch das Turmcafé des Stadtjugendrings. Im Jahr 2020 entwickelte sich die Gruppe musikalisch neu. Aus der Coverband wurden eigene deutschsprachige Indie-Rock-Songs, gleichzeitig erfolgte die Umbenennung in Kaffkiez. Heute tritt die Band auch überregional auf und erreicht über ihre sozialen Medien ein großes Publikum.
Nach dem Konzert wandte sich Kaffkiez erneut an die eigenen Anhänger. „Rosenheim, wir hoffen, wir haben euch heute ein bißchen stolz gemacht“, schrieb die Band auf Sozial Media. Der Kulturförderpreis der Stadt Rosenheim soll im Oktober verliehen werden.
(Quelle: Artikel: Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Josefa Staudhammer)



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