Rosenheim – Wie können sich junge Menschen politisch einbringen? Und wie lässt sich trotz unterschiedlicher Meinungen ein respektvoller Austausch führen? Um diese und weitere Fragen ging es beim zweiten W³ 2.0 Kanapee-Gespräch in Rosenheim. Zu Gast war Ludwig Hartmann, Vizepräsident des Bayerischen Landtags.
Das Jugendintegrationsprojekt W³ 2.0 WISSEN WERTE WIR der Gesellschaft für Förderung beruflicher und sozialer Integration (gfi) hatte in die Räume der gfi Alpenvorland eingeladen. Das Gespräch markierte zugleich den offiziellen Start der neuen Projektphase. Moderiert wurde der Abend von Tayfun Samli, Projektleiter von W³ 2.0. Im Mittelpunkt standen politische Teilhabe, Demokratie und der Umgang mit unterschiedlichen Positionen.
Vom Skatepark in die Politik
Hartmann berichtete unter anderem von seinen eigenen Anfängen in der Politik. Als Jugendlicher habe er sich gemeinsam mit anderen für einen Skatepark in seiner Heimat eingesetzt. Die Erfahrung habe ihn in seiner Überzeugung geprägt, dass Demokratie davon lebe, dass Menschen ihre Anliegen einbringen und sich für Veränderungen einsetzen.
Auch aktuelle Themen wie die politische Beteiligung junger Menschen und Migrationspolitik wurden angesprochen. Hartmann betonte nach Angaben der Veranstalter, Demokratie bedeute nicht, immer einer Meinung sein zu müssen. Unterschiedliche Positionen müssten ausgehalten und diskutiert werden, um anschließend gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Auch über den Umgang mit politischen Fehlern sprach der Vizepräsident des Bayerischen Landtags. Politiker müssten nach seiner Auffassung stärker zu Fehlentscheidungen stehen können, ohne unmittelbar persönliche Angriffe befürchten zu müssen. Eine konstruktive Fehlerkultur sei aus seiner Sicht wichtig für das Vertrauen in die Politik.
Publikum beteiligt sich an der Diskussion
Im zweiten Teil des Abends wurde das Gespräch für das Publikum geöffnet. Auf dem Podium diskutierten neben Hartmann auch Alois Loferer, Erster Bürgermeister von Bad Endorf, Alexandra Burgmaier, stellvertretende Landrätin des Landkreises Rosenheim, sowie der W³-Teilnehmer Ahmet Aydin.
Aydin berichtete nach Angaben der Veranstalter von seinen persönlichen Erfahrungen nach der Einwanderung nach Deutschland und den bürokratischen Herausforderungen auf seinem Weg in Ausbildung und Beruf. Auch aus dem Publikum kamen Fragen, Erfahrungsberichte und Diskussionsbeiträge.
Organisiert wurde das Gespräch vom Jugendintegrationsprojekt W³ 2.0 WISSEN WERTE WIR der gfi Alpenvorland. Die Projektverantwortlichen werteten den Abend als Auftakt für die neue Projektphase.
(Quelle: Pressemitteilung gfi Alpenvorland / Beitragsbild: Copyright W³ 2.0.)


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