Brannenburg / Oberaudorf / Landkreis Rosenheim – Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat zwei landwirtschaftliche Betriebe im Landkreis Rosenheim besucht. Auf den Höfen der Familien Nagele in Brannenburg und Steinmüller in Oberaudorf informierte sie sich über hofnahe Schlachtung, Ökolandbau, Weidehaltung und Direktvermarktung.
Erste Station war der Hof von Sophie und Hubert Nagele in Brannenburg. Dort besichtigte Kaniber das EU-zugelassene Schlachthaus sowie ein Schlachtmobil, das der Betrieb mit Unterstützung des Förderprogramms LEADER angeschafft hat. Das mobile Schlachtangebot steht inzwischen auch anderen landwirtschaftlichen Betrieben in der Region zur Verfügung. „Das Schlachtmobil und die hofnahe Schlachtung ersparen den Tieren lange Transportwege und unnötig viel Stress. Genau das ist gelebtes Tierwohl“, betonte Kaniber. „Gleichzeitig erhalten wir damit wichtige Schlachtmöglichkeiten im ländlichen Raum. Unser Förderprojekt stärkt die bäuerlichen Betriebe, hält die Wertschöpfung in der Region und sichert die Versorgung mit hochwertigen regionalen Lebensmitteln. Das ist gut für die Tiere, gut für unsere Bauernfamilien wie auch für die Verbraucher.“
Ökolandbau und Direktvermarktung
Anschließend besuchte die Ministerin den Bio-Bergbauernhof der Familie Steinmüller in Oberaudorf. Josef Steinmüller, zweiter Vorsitzender des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern (AVO), setzt dort unter anderem auf Ökolandbau, Weidehaltung und kuhgebundene Kälberaufzucht.
Zum Betrieb gehören neben der Landwirtschaft auch Direktvermarktung, Urlaub auf dem Bauernhof und Bildungsangebote im Rahmen des Programms „Erlebnis Bauernhof“.
„Was die Familie Steinmüller hier auf die Beine stellt, ist beeindruckend: Sie bewahrt Tradition, setzt auf mehr Tierwohl und zeigt echten unternehmerischen Mut“, sagte Kaniber. „Unsere Bergbauern bewirtschaften nicht nur ihre Höfe. Sie pflegen unsere einzigartige Kulturlandschaft, schützen die natürlichen Lebensgrundlagen und machen unsere Heimat für Einheimische und Gäste lebenswert. Diese Leistungen sind für Bayern von unschätzbarem Wert.“
Begleitet wurde Kaniber bei ihrem Besuch unter anderem von Vertretern des Almwirtschaftlichen Vereins Oberbayern sowie Stefanie Adeili, Managerin der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein.
Verein will Herkunft nachvollziehbar machen
Beide Familien engagieren sich außerdem im Verein „Rosenheimer Weidefleisch“. Gemeinsam mit der Öko-Modellregion Hochries-Kampenwand-Wendelstein will der Verein nach Angaben des Ministeriums für Verbraucher nachvollziehbar machen, wo und unter welchen Bedingungen die angebotenen Lebensmittel entstehen. „Rosenheimer Weidefleisch steht für echten Geschmack, nachvollziehbare Herkunft und verantwortungsvolle Tierhaltung“, erklärte Kaniber. Sie fügte hinzu: „Wer bewusst zu regional erzeugtem Weidefleisch greift, entscheidet sich nicht nur für herausragende Qualität. Er oder sie unterstützt zugleich die Bauernfamilien, stärkt die heimische Wirtschaft und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung in der Region bleibt. Regional einzukaufen ist praktizierte Heimatliebe.“
Zum Abschluss des Besuchs ging es auch um die künftige Gemeinsame Agrarpolitik der Europäischen Union. Kaniber sagte den Bergbauern dabei ihre Unterstützung zu: „Unsere Berglandwirtschaft braucht verlässliche Rahmenbedingungen, eine starke finanzielle Ausstattung und Regelungen, die zur Praxis auf den Höfen passen. Dafür werde ich mich mit ganzer Kraft einsetzen.“
(Quelle: Pressemitteilung StMELF / Beitragsbild: Copyright Steffi Büchl (StMELF)


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