Saurüsselkopf / Landkreis Traunstein .- Der Katastrophenfall wegen der Waldbrands am Saurüsselkopf in Ruhpolding endet mit Ablauf des heutigen Dienstags (12.5.2026). Das teilte das Landratsamt Traunstein mit. Grund dafür sei die deutlich stabilisierte Lage im Einsatzgebiet. Der offene Brand sei gelöscht, die Nachlöscharbeiten würden erkennbare Fortschritte zeigen.
Die weitere Einsatzbewältigung erfolgt nun im sogenannten Koordinierungsfall nach Art. 15 des Bayerischen Katastrophenschutzgesetzes. Damit bleibt die Lage zwar weiterhin besonders, liegt aber unterhalb der Schwelle eines Katastrophenfalls. Die einsatztaktische Führung übernimmt weiterhin der Örtliche Einsatzleiter.
Trotz der Entspannung warnen die Verantwortlichen davor, die Situation zu unterschätzen. Im Gelände bestehen weiterhin Risiken durch Glutnester, schwierige Geländeverhältnisse und wetterbedingte Einflüsse. Die jüngsten Wetterumschwünge mit Schnee im Einsatzgebiet dürften die Lage zwar zusätzlich entschärft haben, die Nachlöscharbeiten bleiben laut Behörden aber aufwendig.
Nachlöscharbeiten bleiben aufwendig
Die Einsatzkräfte konzentrieren sich weiterhin auf die systematische Suche und Bekämpfung von Glutnestern. Viele davon sitzen tief im Waldboden, unter Wurzeln oder in abgestorbenem Holz. In schwer zugänglichen Bereichen sei ein Einsatz nur mit alpiner Begleitung möglich.
Feuerwehr, Bergwacht, Alpinpolizei, Forst, Bundeswehr und weitere Unterstützer arbeiten weiterhin eng zusammen. Auch Drohnen, Wärmebildtechnik und bei Bedarf Hubschrauber kommen weiterhin zum Einsatz.
Landrat Andreas Danzer erklärt dazu: „Mit dem Ende des Katastrophenfalls gehen wir einen wichtigen Schritt zurück in die Regelstruktur. Das ist möglich, weil sich die Lage am Saurüsselkopf deutlich stabilisiert hat. Gleichzeitig sage ich ganz klar: Das ist keine vollständige Entwarnung für das Gelände. Die Nachlöscharbeiten gehen weiter, und die Sicherheit der Einsatzkräfte und der Bevölkerung hat weiterhin oberste Priorität. Der Katastrophenfall war in dieser Lage richtig und notwendig. Er hat es ermöglicht, Kräfte zu bündeln, Entscheidungen schnell zu treffen und die Vielzahl der Beteiligten eng aufeinander abzustimmen. Mein großer Dank gilt allen Einsatzkräften, Helfern, Fachstellen, Organisationen, der Gemeinde Ruhpolding, den Mitarbeitern im Krisenstab des Landratsamts und allen Unterstützern, die in den vergangenen Tagen Außerordentliches geleistet haben.“
Auch der Örtliche Einsatzleiter Christof Grundner betont, dass die Arbeiten noch längere Zeit andauern werden: „Der offene Brand ist gelöscht. Was uns weiter beschäftigt, sind Glutnester im Boden, unter Wurzeln und in schwer zugänglichen Bereichen. Diese müssen weiterhin systematisch gesucht, freigelegt und abgelöscht werden. Das bleibt aufwendig und wird uns auch in den kommenden Tagen fordern.“
Zugleich weist Grundner eindringlich darauf hin, dass der betroffene Bereich weiterhin nicht betreten werden darf. Es bestehe unter anderem Steinschlaggefahr, zudem könnten Bäume umfallen oder Äste abbrechen.
Sperrungen bleiben bestehen – B305 wird wieder freigegeben
Mit dem Ende des Katastrophenfalls erlässt die Gemeinde Ruhpolding eine neue sicherheitsrechtliche Allgemeinverfügung. Der unmittelbare Einsatz- und Gefahrenbereich bleibt weiterhin gesperrt. Das Betreten und Befahren des Gebietes bleibt untersagt.
Die B305 wird dagegen ab dem 13. Mai 2026 wieder für den Verkehr freigegeben. Damit ist die Zufahrt von und nach Reit im Winkl wieder möglich. Verkehrsteilnehmer werden dennoch gebeten, im betroffenen Bereich besonders aufmerksam zu fahren und auf Einsatzfahrzeuge zu achten.
Ruhpoldings Bürgermeister Justus Pfeifer erklärt: „Für Ruhpolding waren die vergangenen Tage eine enorme Belastungsprobe. Die rechtzeitige Feststellung des Katastrophenfalls war aus Sicht der Gemeinde richtig und wichtig. Sie hat dazu beigetragen, dass Einsatzkräfte, Fachstellen und Unterstützungsleistungen frühzeitig gebündelt und koordiniert werden konnten.“
Weitere Bewertung der betroffenen Waldflächen
Auch nach dem Ende des Katastrophenfalls bleiben die Wald- und Bodenbereiche im Fokus. Neben den Nachlöscharbeiten werden die betroffenen Flächen weiter fachlich bewertet. Dabei geht es unter anderem um mögliche Glutnester im Boden- und Wurzelbereich, die Stabilität des Geländes sowie den Schutzwald.
Forstbetriebsleiter Sebastian Klinghardt sagt dazu: „Der Brand hat gezeigt, wie anspruchsvoll Einsätze im Bergwald sind. Auch wenn der offene Brand gelöscht ist, können Glutnester im Boden und im Wurzelbereich noch längere Zeit ein Risiko darstellen.“
Sollte sich die Lage erneut verschärfen, werden laut Landratsamt weitere rechtliche und organisatorische Maßnahmen geprüft. Nach derzeitigem Stand könne die Situation jedoch geordnet außerhalb des Katastrophenfalls weitergeführt werden.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Traunstein / Beitragsbild: Kreisfeuerwehrverband Traunstein)


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