Berchtesgadener Land – Das Kehlsteinhaus auf dem Obersalzberg ist nach dem Großbrand am Freitagabend (23.Oktober) weitestgehend zerstört. Die Polizei hat einen 33-jährigen Deutschen als dringend tatverdächtig festgenommen. Nach einer richterlichen Entscheidung wurde er vorläufig in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Die Ermittlungen zu den Hintergründen und zum möglichen Motiv dauern an.
Von der Vogelperspektive aus wird der Ausmaß des Schadens gut sichtbar. Fotos: Copyright Polizeipräsidium Oberbayern Süd
Wie berichtet, war am Freitagabend gegen 21.15 Uhr der Brandalarm für das bekannte Gebäude oberhalb von Berchtesgaden eingegangen. Die alarmierten Feuerwehren stellten bereits bei der Anfahrt fest, dass das Kehlsteinhaus in Vollbrand stand.
Tatverdächtiger in psychiatrischem Krankenhaus
Die verdächtige Person war kurz nach Brandausbruch von Einsatzkräften der Feuerwehr im Umfeld des Brandortes entdeckt und gegen 21.45 Uhr vorläufig festgenommen worden. Im Laufe des Samstags erhärtete sich nach Angaben der Polizei der Verdacht, dass der 33-Jährige das Feuer vorsätzlich gelegt haben könnte. Der Mann ist deutscher Staatsangehöriger und hat seinen Wohnsitz in Berlin.
Ein psychiatrischer Sachverständiger diagnostizierte bei dem Beschuldigten im Rahmen eines Kurzgutachtens eine psychische Erkrankung. Daraufhin beantragte die Staatsanwaltschaft Traunstein eine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Der Ermittlungsrichter gab dem Antrag statt und erließ einen Unterbringungshaftbefehl wegen eines Brandstiftungsdelikts. Anschließend brachten Ermittler der Kriminalpolizei den Mann in eine psychiatrische Klinik.
Aktuell sind die Löscharbeiten noch nicht abgeschlossen.
Brandermittler können Gebäude noch nicht betreten
Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der exponierten Lage des Kehlsteinhauses schwierig. Rund 200 Einsatzkräfte von Feuerwehren aus sechs Gemeinden, der Kreisbrandinspektion, dem Bayerischen Roten Kreuz, der Bergwacht und der Polizei waren die ganze Nacht über im Einsatz. Die Nachlöscharbeiten dauern weiterhin an.
Nach bisherigen Erkenntnissen wurde bei dem Brand niemand verletzt. Die Brandfahnder der Kriminalpolizeiinspektion Traunstein haben die Ermittlungen unter Leitung der Staatsanwaltschaft Traunstein übernommen. Das Gebäude kann derzeit aus Gründen der Eigensicherung noch nicht gefahrlos betreten werden. In den kommenden Tagen sollen die Untersuchungen unter Hinzuziehung eines Sachverständigen des Bayerischen Landeskriminalamts fortgesetzt werden.
Der Bereich um den Einsatzort bleibt gesperrt. Für Drohnen gilt dort derzeit ein Flugverbot. Wanderer und Bergsteiger werden gebeten, die Region großräumig zu meiden.
(Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern Süd / Beitragsbild: Symbolfoto re)




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