Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1954. Die historische Aufnahme zeigt das Rosenheimer Herbstfest – genauer gesagt eine Detailaufnahme aus dem Kettenkarussell, kurz bevor die Fahrt beginnt.
Vor allem die Kinder auf dem Foto, aber auch die Frau mit dem Kind auf ihrem Schoß, wirken gespannt und erwartungsvoll. Die Blicke und Körperhaltungen lassen erahnen, wie sehr sich die Fahrgäste auf die bevorstehende Fahrt mit dem Kettenkarussell freuen.
Das Rosenheimer Herbstfest war damals noch deutlich kleiner und beschaulicher als heute. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Wiesn erstmals 1950 wieder veranstaltet. Das Kettenkarussell gehörte zu dieser Zeit bereits zu den beliebten Fahrgeschäften auf der Loretowiese.
Eine lange Tradition
Kettenkarussells haben auf dem Rosenheimer Herbstfest eine lange Geschichte. In Rosenheim lassen sie sich bis um das Jahr 1900 zurückverfolgen. Auch auf historischen Aufnahmen der Loretowiese aus dem Jahr 1928 sind sie bereits zu sehen.
Technisch hat sich seit den 1950er-Jahren einiges verändert. Die damaligen Kettenkarussells drehten sich noch horizontal. Später entstand der Wellenflug, bei dem sich das Dach während der Fahrt wellenförmig bewegt und die Sitze dadurch auf und ab schwingen. Auch bei der Beleuchtung hat sich viel getan: Wo früher Glühbirnen leuchteten, sorgen heute zahlreiche moderne LED-Lichter für farbenfrohe Effekte.
Ein Jahr lang nicht auf der Wiesn
Wie sehr das Fahrgeschäft zur Rosenheimer Wiesn gehört, zeigte sich 2014. Damals durfte der „Große Wellenflug“ der Familie Fahrenschon nicht auf dem Herbstfest stehen. Die Entscheidung sorgte für Diskussionen und Proteste in Rosenheim. Bereits im Jahr 2015 kehrte das Kettenkarussell wieder auf die Loretowiese zurück.
Und vielleicht zeigt gerade das historische Foto, warum dieses Fahrgeschäft über Generationen hinweg so beliebt ist: Die gespannte Freude unmittelbar vor dem Start dürfte sich seit 1954 kaum verändert haben.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann – Foto Nickl / Artikel Karin Wunsam)


Hat eine Fahrt 30 oder 50 Pfennige gekostet? Der Bub mit den gewienerten Schuhen deckt die erste Ziffer teilweise ab. Auf dem Herbstfest ( damals „Volksfest “ ) musste man schon ordentlich 😉 angezogen sein!
Nicht nur Preise, sondern auch Traditionen haben sich in 73 Jahren gewandelt, eben der Lauf der Zeit!