Rosenheim – Wie können Landschaften besser auf den Klimawandel vorbereitet werden? Mit dieser Frage beschäftigt sich derzeit ein Masterstudiengang der Technischen Universität München. Im Naturschutzgebiet Kalten bei Rosenheim erhielten die Studenten Einblicke in die praktische Landschaftspflege und die Bedeutung intakter Moorlebensräume.
Der Masterstudiengang am Lehrstuhl für Strategie und Management der Landschaftsentwicklung der TU München untersucht die „Klimaresilienz der Projektregion Rosenheimer Inntal“. Dabei analysieren die Studenten Klimaprojektionen und beschäftigen sich mit den möglichen Auswirkungen auf Natur, Landschaft und Landnutzung.
Für Einblicke in die praktische Arbeit wandte sich die Hochschule an den Landschaftspflegeverband Rosenheim. Dessen Referentinnen führten die Gruppe in das Naturschutzgebiet Kalten mit seinen ausgedehnten Niedermoorgebieten. Unterstützt wird das Projekt vom Verein Rosenheimer Vielfaltsmacher in Stadt und Land e.V. unter Initiative des Vorsitzenden Dr. Georg Metz, Agraringenieur.
Streuwiesen, Artenschutz und Dexter-Rinder
Rund 20 Studenten, ihre Dozentin Jana Igl und Dr. Georg Metz erfuhren mehr über die Entstehung der Streuwiesenkulturlandschaft sowie deren heutige Pflege und Entwicklung. Dabei ging es auch um die praktische Umsetzung von Pflegemaßnahmen, bei denen sowohl der Artenschutz als auch landwirtschaftliche Erfordernisse berücksichtigt werden müssen.
Ein besonderer Einblick bot sich beim Besuch einer kleinen Herde Dexter-Rinder, die als vierbeinige Landschaftspfleger im Einsatz waren. Eine spät blühende Trollblume gab außerdem Anlass, typische Pflanzenarten der Niedermoore näher zu erläutern.
Auch das Vorkommen des Kiebitzes wurde gemeinsam besprochen. Im Mittelpunkt standen dabei die hohen Lebensraumansprüche des Wiesenbrüters. Er ist auf großräumige, intakte Streuwiesen mit möglichst wenigen Störeinflüssen von außen angewiesen.
Moore als wichtige Kohlenstoffspeicher
Typische Streuwiesenbewohner können als Indikatoren für weitgehend intakte Moorlebensräume mit hohem Grundwasserstand dienen. Die hohe Wassersättigung funktionsfähiger Moorböden wirkt sich positiv auf den Wasserkreislauf und ihre Fähigkeit aus, Kohlenstoff zu speichern.
Damit leisten Moore einen wichtigen Beitrag zu einer höheren Klimaresilienz im Landschaftsraum Rosenheimer Inntal. Die Exkursion zeigte den Studenten, welche Bedeutung die praktische Landschaftspflege für den Erhalt solcher Lebensräume hat.
(Quelle: Pressemitteilung Landschaftspflegeverband Rosenheim e.V. / Beitragsbild: Die Exkursionsteilnehmer mit Dexter-Rindern im Naturschutzgebiet Kalten bei Rosenheim. Copyright Landschaftspflegeverband Rosenheim e.V.)


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