Landkreis Rosenheim – Der Landkreis Rosenheim will im kommenden Jahr mehr Geld für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bereitstellen. Der Kreistag hat in seiner Sitzung am 9. September beschlossen, den bisherigen Haushaltsansatz von 3,3 Millionen Euro auf 3,7 Millionen Euro anzuheben. Gleichzeitig sollen verschiedene Varianten für die weitere Entwicklung des ÖPNV näher untersucht werden.
Hintergrund sind vier Varianten, die der Mobilitätsbeauftragte des Landkreises, Martin Aerzbäck, Ende Juli im Umweltausschuss vorgestellt hatte. Sie unterscheiden sich beim Umfang des Angebots und bei den damit verbundenen Kosten.
Vier Varianten für den ÖPNV
Bei der ersten Variante würde der jährliche Aufwand von 3,3 Millionen Euro unverändert bleiben. Nach Darstellung der Landkreisverwaltung müsste das Angebot wegen der steigenden Kosten allerdings reduziert werden. Perspektivisch wären danach wohl nur noch Schülerverkehre möglich.
Die zweite Variante sieht vor, das derzeitige ÖPNV-Angebot unverändert beizubehalten. Dafür würden bis 2032 Mehrkosten von gut 8 Millionen Euro entstehen.
Bei der dritten Variante würde der ÖPNV um etwa 4 Prozent jährlich ausgebaut. Die Mehrkosten würden nach den Berechnungen bis 2032 bei knapp 13 Millionen Euro liegen.
Die vierte Variante sieht eine deutlich stärkere Angebotserweiterung um etwa 15 Prozent jährlich vor. Dadurch würde der Aufwand bis 2032 um mehr als 38 Millionen Euro steigen.
Der Kreistag entschied, die erste Variante als praktisch unrealistisch zu verwerfen. Die Landkreisverwaltung und der MVV wurden beauftragt, die Varianten zwei, drei und vier unter Einbindung des Umweltausschusses näher auszuarbeiten.
Für den kommenden Haushalt soll ein Mittelwert aus den Varianten zwei und drei eingeplant werden. Deshalb steigt der bisherige Haushaltsansatz von 3,3 Millionen Euro auf 3,7 Millionen Euro.
Nahverkehrsplan soll weiterentwickelt werden
Auch der Nahverkehrsplan des Landkreises Rosenheim soll fortgeschrieben beziehungsweise weiterentwickelt werden. Der Kreistag hatte den bisherigen Nahverkehrsplan 2019 verabschiedet.
Landrat Otto Lederer kündigte nach Angaben des Landratsamtes an, dass der Kreistag im kommenden Jahr die Rahmenbedingungen für die Ausschreibung des Nahverkehrsplans festlegen werde.
Zuvor hatten Dr. Markus Haller und Detlev Metzner vom MVV in der Sitzung nach Angaben des Landratsamtes eine Neuaufstellung des Nahverkehrsplans empfohlen. Voraussetzung dafür sei aus Sicht der beiden MVV-Vertreter, dass das ÖPNV-Angebot ausgebaut werden solle.
(Quelle: Pressemitteilung Landratsamt Rosenheim / Beitragsbild: Copyright Aerzbäck)


0 Kommentare