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Kriegerdenkmal, Königstraße, Rosenheim, 1909

Kriegerdenkmal in der Königstraße in Rosenheim. Foto: Archiv Herbert Borrmann

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

3. Juli 2026

Lesezeit: 2 Minute(n)

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Rosenheim – Unsere fotografische Zeitreise geht heute zurück in das Jahr 1909. Auf der historischen Aufnahme sehen wir das Kriegerdenkmal in der Königstraße in Rosenheim.

Schon auf den ersten Blick ist das Foto ein echter Hingucker. Rund um das Denkmal haben sich mehrere Rosenheimer versammelt – gekleidet nach der Mode der damaligen Zeit. Mann mit Hut und Anzug, Frauen in langen Kleidern und Sonnenschirmen: Fast scheint es, als hätten sie sich für den Fotografen eigens in Pose gestellt. So erzählt die Aufnahme nicht nur etwas über ein längst verschwundenes Bauwerk, sondern auch über den Alltag vor mehr als 100 Jahren.

Im Mittelpunkt steht aber das damals beeindruckende Kriegerdenkmal. Auf einem hohen Sockel thronte ein Soldat in der Felduniform des Deutsch-Französischen Krieges von 1870/71. Mit markantem Raupenhelm, Fahne und Schwert war die Figur schon von Weitem ein Blickfang. Unterhalb des Soldaten entsprang ein Brunnen, dessen Wasser in ein großes halbrundes Becken floss. Gemütliche Ruhebänke links und rechts machten die Anlage zu einem Ort, an dem sich die Menschen gerne aufhielten.

Ein Wettbewerb mit 45 Entwürfen

Die Entscheidung für das Denkmal fiel im Jahr 1905. Magistrat und Gemeindekollegium beschlossen damals, ein Denkmal zu Ehren der Gefallenen des Deutsch-Französischen Krieges zu errichten.
Den Zuschlag erhielt ein Entwurf des Münchner Bildhauers Georg Albertshofer und des bekannten Architekten German Bestelmayer. Sie setzten sich in einem Wettbewerb gegen 43 weitere Konkurrenten durch. Die Errichtung kostete damals knapp 15.000 Mark –zur damaligen Zeit eine stattliche Summe.

Mehrfach umgezogen – und dann verschwunden

An seinem ursprünglichen Standort blieb das Denkmal allerdings nicht. 1961 musste die Anlage Infrastrukturmaßnahmen weichen. Im Zuge der Erweiterung des Max-Bram-Platzes und der Vorbereitungen für die Bundesstraße B15 wurde sie abgebaut.
Brunnen und Figuren wurden zunächst im städtischen Bauhof eingelagert. Später fand das Denkmal am Innzipfel, dem Zusammenfluss von Inn und Mangfall, einen neuen Standort.

Doch auch dort ist es heute nicht mehr zu finden. Hochwasserschutzmaßnahmen, neue Fußgängerbrücken und die Umgestaltung des Geländes im Vorfeld der Landesgartenschau 2010 veränderten den Bereich grundlegend. Die steinerne Soldatenfigur mit dem charakteristischen Raupenhelm wurde dauerhaft entfernt und befindet sich nach lokalen Berichten nicht mehr im öffentlichen Raum.
Wo sich der Soldat heute befindet – und ob die Originalfigur überhaupt noch existiert –, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen.

Vielleicht weiß einer unserer Leser mehr? Wenn Ihr Informationen zum Verbleib der Figur habt, schreibt sie uns gerne in die Kommentare unter dem Foto.
(Quelle: Beitragsbild: Archiv Herbert Borrmann / Bildtext: Karin Wunsam)

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