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„Mag unsere Katze nicht“ – Wenn Katzen über Lebensmittelverschwendung entscheiden

Katzenfutterpäckchen auf Müllcontainer. Eingbllockt Symbolfoto ai -Katze mit Futternapf.

Karin Wunsam

Schreibt immer schon leidenschaftlich gern. Ihre journalistischen Wurzeln liegen beim OVB-Medienhaus. Mit der Geburt ihrer drei Kinder verabschiedete sie sich nach gut 10 Jahren von ihrer Festanstellung als Redakteurin und arbeitet seitdem freiberuflich für die verschiedensten Medien-Unternehmen in der Region Rosenheim.

2. September 2026

Lesezeit: 3 Minute(n)

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Rosenheim – Da muss man als Katzenbesitzer erst einmal schmunzeln: Auf einem Container einer Wertstoffsammelstelle in einem Rosenheimer Stadtteil lag ein ordentlich verschnürtes Päckchen mit Katzenfutterbeuteln. Darauf klebte ein handgeschriebener Zettel mit einer ebenso kurzen wie eindeutigen Erklärung: „Mag unsere Katze nicht“. Offenbar wollte der Katzenbesitzer das Futter nicht einfach wegwerfen. Vielleicht findet sich ja noch ein Abnehmer, der die Beutel mit größerer Begeisterung leert. Ein sympathischer Gedanke – und gleichzeitig einer, der Katzenhaltern bestens bekannt sein dürfte.

Denn Nahrungsmittelverschwendung ist in einem Katzenhaushalt ein ganz eigenes Thema. Zumindest bei unseren drei Samtpfoten scheint dafür eine feste Grundregel zu gelten: Was ich schon einmal gefressen habe, fresse ich kein zweites Mal. Was ich noch nicht kenne, fresse ich ebenfalls nicht. Und überhaupt ist das, was Du mir heute hinstellst, grundsätzlich nicht das, worauf ich heute Lust habe.

Das kann dazu führen, dass ein voller Napf erst einmal kritisch beäugt wird. Bei neuem Futter wird geschnuppert. Vielleicht noch einmal geschnuppert. Dann folgt der Blick zum Menschen, der ungefähr sagt: „Du erwartest jetzt nicht ernsthaft, dass ich das esse?“
Und wehe, es wurde gerade eine größere Menge dieser vermeintlichen Lieblingssorte gekauft.

Was gestern noch schmeckte, kann heute schon völlig daneben sein

Ganz so willkürlich, wie es für den Menschen aussieht, ist das Verhalten allerdings nicht. Katzen reagieren stark auf Geruch, Geschmack und Konsistenz ihres Futters. Auch eine Scheu vor unbekannten Futtermitteln, die sogenannte Neophobie, kommt bei Katzen vor.

Der Geruch spielt dabei eine besonders wichtige Rolle. Untersuchungen zeigen, dass Katzen bei wiederholter Präsentation desselben Futtergeruchs mit der Zeit das Interesse verlieren können. Ein neuer Geruch kann die Fressmotivation dagegen wieder steigern.
Für Katzenbesitzer bedeutet das im Alltag vor allem eines: Was gestern noch das absolute Lieblingsfutter war, kann heute plötzlich völlig uninteressant sein.

Vor den Katzenfutterregalen im Supermarkt lässt sich dieses Problem deshalb geradezu studieren. Dosen und Beutel in unzähligen Sorten und Geschmacksrichtungen stehen dort nebeneinander. Geflügel, Rind, Lachs, Pastete, Stückchen in Soße – und davor stehen Katzenbesitzer mit nachdenklichen Mienen. Denn die entscheidende Frage lautet: „Was wird meine Katze diesmal mögen?“

Ein paar Tricks für den nächsten Futterstreik

Ganz machtlos ist man dem kulinarischen Diktat der Samtpfoten allerdings nicht.

  • Neues Futter langsam einführen: Wer die Futtersorte wechseln möchte, sollte das möglichst nicht von heute auf morgen tun. Kleine Mengen des neuen Futters können zunächst mit dem bekannten Futter kombiniert werden. Der Anteil des neuen Futters wird dann langsam gesteigert. So kann sich die Katze nach und nach an den veränderten Geruch und Geschmack gewöhnen
  • .Nicht eiskalt servieren: Manche Katzen mögen ihr Futter lieber bei Raumtemperatur. Leicht angewärmtes Futter riecht zudem intensiver – und das kann bei einem skeptischen Stubentiger durchaus den Unterschied machen.
  • Mit kleinen Mengen arbeiten: Statt gleich einen ganzen Napf mit einem neuen Futter zu füllen, kann zunächst eine kleine Portion angeboten werden. So landet im schlimmsten Fall auch weniger im Müll.
  • Auch der Napf kann eine Rolle spielen: Manche Katzen mögen es nicht, wenn ihre empfindlichen Schnurrhaare beim Fressen ständig an den Rand eines tiefen Napfes stoßen. Ein flacher Teller kann hier angenehmer sein.

Und noch etwas ist wichtig: Wenn eine Katze plötzlich ihr gewohntes Futter verweigert, sollte man das nicht automatisch als Mäkelei abtun. Eine deutliche Veränderung des Fressverhaltens kann auch gesundheitliche Ursachen haben und sollte gegebenenfalls tierärztlich abgeklärt werden.

Und was wird aus dem Futter auf dem Container?

Vielleicht hat sich die Katze, die hinter dem Rosenheimer Päckchen steckt, also tatsächlich nur gedacht: „Nicht schon wieder diese Sorte!“ Vielleicht wurde genau dieses Futter gestern noch begeistert verschlungen. Heute ist es völlig indiskutabel. Morgen könnte es möglicherweise wieder gehen – sofern der Mensch bis dahin nicht auf die Idee gekommen ist, eine andere Sorte zu kaufen.

So gesehen ist der kleine Zettel „Mag unsere Katze nicht“ eigentlich ein ziemlich ehrliches Zeugnis aus dem Alltag eines Katzenhaushalts. Und vielleicht findet sich ja tatsächlich eine andere Samtpfote, die das ganz anders sieht.😅🐈‍⬛
(Quelle: Artikel :Karin Wunsam / Beitragsbild: Fotomontage Innpuls.me)

1 Kommentar

  1. Oh ja, das kenne ich auch von unseren Mitbewohnern aus einer früheren Zeit!
    Da half auch nicht, dem Tscharlie einen Vortrag zu halten über die armen hungrigen Straßenkatzen in Deutschland und sonst so in der Welt! 😉 Bevorzugt wurden fast ausschließlich die kleinen rechteckigen Schälchen in fast jeder Variante.

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